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«Schnecken essen auch giftige Pilze»

Der Verein für Pilzkunde Biberist hatte zu einem Pilzbestimmungsabend für Laien eingeladen. Die Palette der Pilze, die vorgestellt wurden, reichte von guten Speisepilzen

«Ein Pilz muss gut riechen», sagt Kurt Rohner, Präsident des Vereins für Pilzkunde Biberist. Stinkende Sachen esse man ja bekanntlich nicht. Doch es gebe auch Pilze, wie etwa den Mandeltäubling, der zwar fein nach Marzipan rieche, der aber trotzdem nicht geniessbar sei. Zu den Vereinsmitgliedern, die sich regelmässig am Dienstag zu einem Pilzbestimmungsabend treffen, kamen vorgestern acht «Neulinge» hinzu. Der Verein hatte für einmal auch Nichtmitglieder eingeladen, die einmal miterleben wollten, wie man bei der Bestimmung von Pilzen vorgeht. Alle Infos auf einem Zettel Jeder Pilz, der für den Bestimmungsabend gesammelt wurde, wird auf einem Teller bereitgelegt. Daneben liegt ein Zettel, auf den nach der Bestimmung alle nötigen Informationen stehen werden: Gattung, Art, Name, giftig oder essbar, welche Literatur verwendet wurde, wer den Pilz bestimmt hat und schliesslich, an welchem Datum dies geschah. «Im Normalfall bestimmen wir an einem Abend 30 bis 40 Pilze», sagt der Präsident des Vereins mit 65 Aktivmitgliedern. Ein Glücksfall für den Verein sei, dass sich unter den Mitgliedern mit Hansueli Aeberhard ein absoluter Pilzkenner findet. Er ist Fachkommissionspräsident des Vereins und Mitglied der Wissenschaftlichen Kommission der Schweiz mit rund 100 Personen. Diese macht Nachforschungen über Pilze, die noch nicht sicher bestimmt sind. Wo wächst der Pilz? An diesem Dienstagabend geht es etwas anders zu als sonst: Die erfahrenen «Pilzler» geben den Neulingen viel Grundwissen weiter. «Für die Bestimmung ist es wichtig, dass man sich beim Pilzesammeln merkt, wo der Pilz gewachsen ist», sagt Kurt Rohner. Der Birkenröhrling etwa wachse ausschliesslich bei Birken. Viele Pilze hätten einen ganz klaren Lebensraum. «Wenn bei einem Pilz der Hut noch nicht ausgebildet ist, ist er schwieriger zu bestimmen, weil er noch keine Sporen hat», sagt der Pilzfachmann weiter. Für die Untersuchung von Form und Farbe der Sporen steht den Vereinsmitgliedern ein Mikroskop mit tausendfacher Vergrösserung zur Verfügung. Auch eine Stereolupe steht bereit. Loch wieder zudecken Die Anwesenden bestimmen die Pilze auf dem Tisch mit Hilfe von «Pareys Buch der Pilze» von Macel Bon. Das Buch bietet eine Beschreibung zu jedem Pilz, so dass eine Grobklassifizierung möglich ist. Wichtig für das Bestimmen ist, dass der ganze Pilz mit der Basis des Stiels gesammelt wird. «So erkennt man etwa die Knollenblätterpilze mit ihrem Sack, der relativ weit in der Erde steckt, sehr leicht», sagt Rohner. Wichtig sei, das Loch im Boden wieder zuzudecken, damit der Pilz nicht kaputtgehe. Und übrigens: «Die Behauptung, ein Pilz könne nicht giftig sein, wenn er von Schnecken angefressen sei, stimmt überhaupt nicht.» Auch der hochgiftige Knollenblätterpilz werde von Schnecken gegessen. Wer mit dem Sammeln von Pilzen beginne, wolle zuerst vor allem die Speisepilze erkennen können, weiss Rohner aus Erfahrung. Erst mit der Zeit wolle man mehr wissen, etwa, mit wem zusammen sie eine Symbiose bilden, oder bei wem sie Parasiten sind. Susi ReinhartAm 1. September findet um 20 Uhr im «Pintli» in der Alterswohnsiedlung Egelmoos in Biberist ein weiterer öffentlicher Bestimmungsabend statt. •www.pilzeonline.ch >

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