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Sechs Kunstschaffende mit einer gemeinsamen Idee

Schrille Buntheit, tönerne Engel und feingliedrige Figuren: Die Ausstellung im Halterhaus in Fehraltorf bietet Abwechslung.

Von Marcel Mathieu Fehraltorf – Mit dem Halterhaus am Sennhüttenweg in Fehraltorf haben sich sechs Kunstschaffende einen wunderschönen, altehrwürdigen Ort mit viel Cachet ausgesucht, um ihre Arbeiten ihrem Freundeskreis und einem breiten Publikum zu präsentieren. Kennen gelernt haben sie sich alle im Atelier von Sylvia Storrer in Wetzikon. Da arbeitet die Künstlerin mit Ton – dem Material, das der Mensch schon seit Tausenden von Jahren formt: zu Gebrauchsgegenständen, aber auch zu Objekten, die als Kunst eigentlich zu nichts anderem dienlich sind, als die empfindsame Seele zu berühren. Den Ölfarben einheizen Und da im Atelier im Zürcher Oberland ist dann auch die Idee einer gemeinsamen Ausstellung entstanden, die man mit «Farbton» übertitelte. Das heisst nun aber überhaupt nicht, dass alle tönerne Gebilde mitgebracht hätten. Brigitte Angehrn zum Beispiel hat sich intensiv mit der Acrylmalerei auseinan-dergesetzt. Die vielgereiste Künstlerin hat einen Mann, der gerne fotografiert. Seine Aufnahmen dienen ihr als Vorlage für ihre Arbeiten, die in einer etwas schrillen Buntheit daherkommen. Das bezieht sich sowohl auf die Farbgebung als auch auf die Motivwahl. Jasmin Polsini und Valentin Weilen-mann sind im Alltag ein Paar. Sie span-nen auch in der künstlerischen Arbeit zusammen und gestalten ihre Werke häufig gemeinsam. In ihrer Experimentierfreudigkeit kennen sie keine Berührungsängste. Zusammen kreieren sie schon mal ein Bild, das man aufhängen kann, wie man es immer möchte: im Hochformat, vielleicht auf den Kopf oder quergestellt. In jeder Lage kann man etwas entdecken, was diese Position auch begründen mag. Oder dann nehmen sie kurzerhand einen Heissluftföhn und heizen den Ölfarben so gehörig ein, dass sie blattrig werden und eigenartige Effekte bilden. War Giacometti ein Avanom? Kein noch so gebildeter Mensch weiss, was Avanomen sind. Nur Paula Ng weiss es, weil sie diese Wesen selber geschaffen hat. Es sind feingliedrige Figuren, die allesamt sinnend in die Welt gucken, als könnten sie die Zukunft erahnen. In der Form erinnern diese Avanomen – es gibt davon männliche und weibliche, wie Paula Ng betont – an die Plastiken des Künstlers Alberto Giacometti, welchen die Künstlerin überaus schätzt und von dem sie sich wohl auch gehörig inspirieren liess. Der Jahreszeit folgend, haben Edith Wydler und Sylvia Storrer tönerne Engel in den 1. Stock des Halterhauses gestellt – nicht ausschliesslich Engel natürlich, aber dennoch so viele davon, dass sie damit bereits eine etwas weihnächtliche Stimmung evozieren können. Oder tut dies womöglich der wuchtig-grüne Kachelofen in der Wohnstube, wo sich die zahlreichen Besucher der Vernissage am Samstagabend mit grossem anerkennendem Interesse um den Apéro-Tisch kümmerten? Die Ausstellung im Halterhaus dauert noch bis 12. Dezember. Öffnungszeiten: Freitag 19–21 Uhr, Samstag 16–19 Uhr und Sonntag 11–16 Uhr. Haben die Kunstausstellung im Fehraltorfer Halterhaus gemeinsam gestaltet (v. l.): Brigitte Angehrn, Jasmin Polsini, Sylvia Storrer, Edith Wydler, Valentin Weilenmann und Paula Ng.Foto: David Baer

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