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Sie begegnen dem Kommerz mit Licht

Seit 18 Jahren kommt das Friedenslicht aus der Geburtsgrotte in Bethlehem in die Schweiz. Initiiert hat dies das Regensdorfer Ehepaar Vreni und Walter Stählin.

Von Katrin Brunner und Lorenzo Petrò Regensdorf/Adliswil – «Das Friedenslicht brennt bereits bei uns», sagt Vreni Stählin aus Regensdorf und hält eine Laterne in Höhe, in der eine schlichte weisse Kerze brennt. Vreni und Walter Stählin bleiben gerne diskret im Hintergrund. Seit 18 Jahren organisiert das Ehepaar zusammen mit zahlreichen Helfern den Transport des Friedenslichts aus Bethlehem an den Zürcher Bürkliplatz. Dort wird es am Sonntag mit dem Schiffeintreffen und in vieleGemeinden verteilt werden. Seit letztem Wochenende brennt das Licht in der Adliswiler Kirche. Zehn Jugendliche, die es mit dem Nachtzug in Wien geholt haben, bewachen die Flamme. Dorthin wurde sie, gut behütet, mit dem Flugzeug transportiert. Die Kerze in Stählins Wohnzimmer, am Adliswiler Originallicht entzündet, dient als Sicherheit, falls das ursprüngliche Feuer ausgehen sollte. Konfessionsloser Brauch Stählins Engagement für das Friedenslicht begann vor Jahren an einem Quartiermarkt, an dem sie Öllämpchen für einen guten Zweck verkauften. «Damals stiessen wir auf die Aktion ‹Licht ins Dunkel› des österreichischen Fernsehsenders ORF», erinnert sich Vreni Stählin. Der Sender liess im Rahmen dieser Spendenaktion seit 1986 das Friedenslicht in der Geburtsgrotte in Bethlehem holen, um es in die Welt hinauszutragen. Mittlerweile reist das Licht in rund 30 Länder auf der ganzen Welt. Obwohl am heiligsten Ort der Christen entzündet, habe er das Friedenslicht von Anfang an als absolut konfessionslosen Weihnachtsbrauch verstanden, betont Walter Stählin. «Es geht nicht um den christlichen Glauben, sondern um die Idee, Licht in die Dunkelheit zu bringen und zu zeigen, dass es noch andere Werte als den reinen Kommerz gibt.» Vor drei Jahren haben Walter und Vreni Stählin den Verein Friedenslicht Schweiz mit Sitz in Regensdorf gegründet. Vreni Stählin agiert dabei als Aktuarin des Vereins. Nach der Ankunft am Bürkliplatz verteilen Stählins Helfer, Mitglieder von lokalen Organisationen, das Licht weiter. Doch nicht immer stossen diese auf einen begeisterten Empfang. «Eine Kirche hat uns mal den Einlass verwehrt», erinnert Vreni Stähli. Doch die meisten öffneten ihre Türen gerne für das Friedenslicht. So, 19. Dezember, 17 Uhr Bürkliplatz, ab 16 Uhr Feier. Für die Stählins ist das Verbreiten der Flamme ein konfessionsloser Weihnachtbrauch.Foto: Patrick Gutenberg

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