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Sie weisen Wanderern den richtigen Weg

Der Hüntwangener Walter Tanner ist Kreisleiter der Arbeitsgemeinschaft für Wanderwege und für die korrekte Wegbeschilderung zuständig. Zum Auftakt der Wandersaison gibt es derzeit viel zu montieren, putzen und malen.

Von Christian Wüthrich «wegweisend» prangt in schwarzen Lettern auf Walter Tanners Rücken. Der ehrenamtliche Kreisleiter der Zürcher Arbeitsgemeinschaft für Wanderwege (ZAW) ist nicht zu übersehen in seinem knallgelben Polohemd. «Ich freue mich, wenn man mich erkennt draussen», sagt der Hüntwangener. Der 72-Jährige ist gerade auf einem seiner Arbeitsrundgänge in und um Eglisau herum, wo er zahlreiche Kontakte pflegt und auch regelmässig angesprochen wird auf seinen Touren mit Schreibblock, Pinsel und Schraubenzieher. «Früher habe ich Flugstrassen kontrolliert – jetzt die Wanderrouten», sagt Tanner mit einem schalkhaften Unterton. Bis zu seiner Pensionierung arbeitete er nämlich am Flughafen in Kloten als Flugverkehrsleiter. Als Kreisleiter ist er zuständig für sämtliche fünf Gemeinden im Rafzerfeld sowie die beiden Schaffhauser Enklaven Buchberg und Rüdlingen. Hilfe bekommt Tanner von sechs Ortsmitarbeitern in den jeweiligen Gemeinden. Verbogen und zerschossen An diesem Nachmittag ist der Kreisleiter mit seinem Ortsmitarbeiter Max Wirth unterwegs. Er steigt auf die Leiter, um die gelben Wanderwegschilder zu richten. Manchmal sind sie verbogen, weil ein Bauer mit dem Traktor daran hängen blieb. Dann werden die Pfeile ersetzt. So auch auf dem Eggberg, oberhalb Eglisau. «Ich verstehe, wenn die Bauern keine Freude haben an den Schildern», sagt Tanner. Manchmal könne es vorkommen, dass die Markierungen den grossen Landmaschinen im Weg stünden. Weit öfter sieht er jedoch absichtlich zerstörte Markierungen, die versprayt, übermalt oder gar zerschossen sind. «Das ist doch absolut sinnlos», sagt der sonst so ausgeglichene Wanderwegpfleger verärgert. Eher per Zufall habe man einmal einen Übeltäter gefasst. Allerdings nicht beim Wandern, sondern betrunken im Zürcher Hauptbahnhof. Dort habe die Kantonspolizei den Mann kontrolliert, der zuvor an einer Messe in Rafz gewesen sei. Im seinem Rucksack sei dann ein grosses Wegweiserschild zum Vorschein gekommen, das er im Unterland brachial von einem Pfosten abgerissen hatte. Insgesamt schätzt Tanner, dass ungefähr fünf Prozent seiner Wegmarkierungen durch Vandalen beschädigt oder eben gestohlen werden. «Manche Leute sehen den Arbeitsaufwand nicht, den wir für den Unterhalt der Wanderwege aufbringen.» 340 000 Franken jährlich Auf dem Eggberg oberhalb Eglisau hat Kreisleiter Tanner derweil einen Telefonmasten erspäht, der nur wenige Meter neben dem alten Standort des verbogenen Schildes steht und als Träger der beiden neuen Wegweiser herhalten soll. Der neue Wegweiser prangt künftig in sicherer Höhe über dem Flurweg. «So wird er garantiert nicht beschädigt», gibt sich der Hüntwangener zufrieden. Ein kleiner Wegweiser mit aufgedruckter Ortsangabe kostet rund 65 Franken, grössere bis 195 Franken. Für einen kleinen gelben Rhombus werden rund 7 Franken berechnet. «Ich habe aber kein Budget speziell für unser Einsatzgebiet», sagt er. Die Mitarbeiter der ZAW seien auch schon angewiesen worden, sparsam zu sein mit neuen Wegweisern, erinnert sich Tanner. Denn, letztlich kommt das benötigte Geld aus der Staatskasse des Kantons Zürich, der die Organisation mit jährlich rund 340 000 Franken entschädigt. Für den eigentlichen Wegbau kommt aber das kantonale Tiefbauamt mit entsprechendem Gerät zu Hilfe. TitelDie ZAW ist heute als Verein organisiert und zählt rund 7000 Mitglieder, welche sie unterstützen. Tanner und seine sechs Helfer arbeiten indes ehrenamtlich. Walter Tanner (links) und Max Wirth montieren einen gelben Richtungsanzeiger. Foto: Christian Wüthrich

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