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Sieg trotz Chaos und Nervosität

Der SC Bern hat in einer von vielen Stimmungswechseln geprägten Partie gegen die Rapperswil-Jona Lakers mit 5:4 gewonnen. Schiedsrichter Rick Looker geriet in den Mittelpunkt, weil er regeltechnisch nicht sattelfest war.

In der 16. Spielminute überschlugen sich die Ereignisse: Der Rapperswiler Stürmer Niki Sirén war nach einem Querpass Patrick Paratis vor dem Berner Tor am schnellsten «parat» und lenkte die Scheibe ins Tor ab, ehe das Gehäuse Marco Bührers aus den Angeln gehoben wurde. Dem Treffer haftete indes ein Makel an, der zum Anstoss ausgiebiger Diskussionen auf und neben dem Eis wurde: Der amerikanische Schiedsrichter Rick Looker hatte das dritte Rapperswiler Tor nach einer ersten Konsultation der Videoaufzeichnung wegen Torraumabseits annulliert, bemühte sich nach energischen Protesten der Gäste und Intervention der Linienrichter nochmals vor das TV-Gerät und anerkannte schliesslich die Gültigkeit des Treffers in zweiter Instanz. Der Referee im Zentrum Gemäss dem Regelbuch von Swiss Ice Hockey ist es einem Referee untersagt, bei Unsicherheiten hinsichtlich eines möglichen Torraumabseits die Videoaufzeichnung zu konsultieren. Looker, der mehrheitlich Partien in der Deutschen Eishockeyliga DEL arbitriert, wusste nicht um diesen helvetischen Regelpassus. Bei seinem zweiten Studium der Toraufzeichnung fokussierte er sich deshalb auf die Tatsache, ob der Puck ins Gehäuse gelangt war, bevor das Tor verschoben wurde. Weil dies der Fall war, wurde das 1:3 im zweiten Anlauf als gültig erklärt – obwohl Sirén den Torraum vor Übernahme des Pucks betreten hatte. Die Berner legten noch vor dem neuerlichen Anspiel einen Spielfeldprotest ein. Reglementarisch war der Entscheid Lookers korrekt, dessen Findung jedoch wenig professionell. Reaktion im zweiten Drittel Zu Beginn des zweiten Drittels münzten die Berner ihren Ärger in spielerische Entschlossenheit um: Lubos Bartecko verkürzte und Ivo Rüthemann egalisierte das Skore bis zur 38. Minute. Weil der Gästeverteidiger Noël Guyaz sein Jubiläum (er absolvierte sein 700. NLA-Spiel) noch vor Ablauf des Mittelabschnitts mit einem Tor krönte, musste der SCB neuerlich auf einen Rückstand reagieren. Das Captain-Duo Martin Plüss und Jean-Pierre Vigier ebnete seinem Team mit zwei Toren innert 82 Sekunden im Schlussdrittel den Weg zum Sieg. Die defensiven Mängel Die Reaktion auf den schwachen Dienstagsauftritt in Biel ist den Bernern summa summarum zumindest resultatmässig geglückt: Optisch agierte der SCB, bei dem Philipp Rytz nach verheiltem Mittelfussbruch sein Saisondebüt gab und Simon Gamache wegen Adduktorenproblemen fehlte, zwar überlegen, doch defensiv leistete sich das Team von Larry Huras erneut viele Unzulänglichkeiten: Torhüter Marco Bührer liess bereits in der zweiten Minute einen harmlosen Schuss auf der Stockhandseite passieren; Travis Roche vertändelte in Unterzahl die Scheibe und war auf diese Weise unfreiwilliger Wegbereiter des zweiten Rapperswiler Tores; in den Schlussminuten überstand die nervös wirkende Berner Defensivabteilung den Gästeansturm nur mit Glück unbeschadet. Die zu diskutierenden Trainingsthemen dürften Larry Huras also trotz der drei Punkte nicht ausgehen – immerhin konnten die Berner am Schluss den Fauxpas Rick Lookers doch noch relativ locker nehmen. Reto KirchhoferTelegramm/Tabelle Seite 16 >

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