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So will Stäfa das Chaos am Bahnhof aufräumen

Ein markantes Perrondach über einem neuen Bushof und viele Bäume sollen dereinst das Bahnhofareal prägen. Jetzt muss nur noch die Bevölkerung das Vorhaben absegnen.

Von Petra Schanz Stäfa – Auf dem Stäfner Bahnhofplatz herrscht oft ein Chaos. Die Busse haben kaum alle Platz, vor dem Bahnhofgebäude zu parkieren. Wenn die Chauffeure wieder abfahren und ihre Doppelgelenkbusse um die grosse alte Rotbuche herum auf die enge Bahnhofstrasse manövrieren müssen, ist kein Fussgänger sicher, der das Areal überqueren will. ÖV-Benutzer, die mit dem Rollkoffer oder dem Kinderwagen unterwegs sind, müssen ihr Gerät mühsam über die Treppe in die Unterführung schleppen. Ganz zu schweigen von jenen, die mit dem Rollstuhl unterwegs sind: Sie müssen die Rampe Richtung Männedorf benutzen. Bis sie auf dem Perron sind, ist der Zug abgefahren. All das soll sich ändern. Der Wunsch nach einem Bushof ist schon lange da. Es soll mehr Ordnung herrschen am Bahnhof, die Umsteigezeiten sollen verkürzt werden. Bei einer Umfrage in der Stäfner Bevölkerung sind zudem drei Hauptkriterien genannt worden, denen ein Umbau Rechnung tragen soll: Die Bevölkerung wünscht sich einen behindertengerechten Bahnhof, keine Betonwüste und neue, helle Rampen. Dabei stellte sich allerdings ein Problem: Es war klar, dass der alte Güterschuppen neben dem Bahnhofgebäude weichen müsste, um Platz für den Bushof zu schaffen. Nicht klar war aber, ob er aus denkmalschützerischer Sicht erhalten bleiben sollte. Erst nach monatelangen Abklärungen mit der Denkmalpflege stellte sich heraus, dass dem nicht so ist. «Das hat Zeit in Anspruch genommen und das Projekt verzögert», sagt Gemeindepräsident Karl Rahm (FDP). Städtische Projekte fielen durch Deutlich später als ursprünglich geplant konnte die Gemeinde gestern endlich das Siegerprojekt eines Planungswettbewerbs präsentieren. Auf die Ausschreibung waren 26 Bewerbungen eingegangen; 5 davon betrachtete die Jury genauer. Laut Jurypräsidentin Monika Jauch waren die Vorschläge sehr unterschiedlich. Eingereicht wurden unter anderen auch sehr städtische Projekte, die fünfstöckige Hochbauten um den Bahnhof herum vorsahen. Das Siegerprojekt stammt vom Zürcher Architekturbüro EM2N. «Wir haben es ausgewählt, weil es die logistischen Anforderungen aufnimmt und dem Bahnhof Stäfa eine Identität gibt», sagt Jauch. Ausserdem sehe es viel Grün vor. Ein langes Perrondach mit baumartigen Stützen hat Architekt Mathias Müller für den Bushof vorgesehen. «Zusammen mit den Bäumen soll das Dach den Platz als Einheit erscheinen lassen», sagt er. Die hintere und die vordere Unterführung werden so bleiben wie bisher. Die mittlere bekommt sowohl zum Dorf als auch zum See hin eine Rampe. Weil es bei der westlichen Unterführung bereits eine Rampe gibt, zahlen die SBB keinen Rappen an das Projekt. Das Gleiche gilt für den Rückbau des Gleises 1, über den sich die Gemeinde mit den SBB geeinigt hat und der zusätzlichen Platz für die Neugestaltung bringt. Nur schon diese beiden Posten werden geschätzte 6 Millionen Franken kosten. «Zusammen mit dem Bushof werden wir auf 12 bis 13 Millionen kommen», sagt Gemeinderat Beat Salvisberg (SVP). Man dürfe das Projekt nicht mit günstigeren Bushöfen wie Männedorf vergleichen: «Das Gelände ist abfallend, und wir haben sehr enge Platzverhältnisse, das macht es sehr komplex.» Ausserdem müsse man langfristig denken. So ein Bushof sei für die nächsten 60 Jahre konzipiert. Andere Projekte wären zudem viel teurer gekommen. Baubeginn schon 2013? Im Juni will der Gemeinderat der Gemeindeversammlung einen Projektierungskredit beantragen. Dann könnte das Bauvorhaben im Detail ausgearbeitet und 2012 an die Urne gebracht werden. Ende 2013 könnte so mit dem Bau begonnen werden. «Wir wollen vorwärtsmachen, weil 2015 die S 20 und damit der Viertelstundentakt bis nach Stäfa kommt», sagt Rahm. Die baumartigen Stützen des Bushofs sollen eine Einheit bilden mit den echten Bäumen.Visualisierung: Architekturbüro EM2N

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