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Stangenfondue bei fast 20 Grad

Der Rümlanger Martinimarkt fand erstmals am Samstag nach dem Martinstag statt. Auch dank ungewöhnlich milden Temperaturen kamen sehr viele Besucher. Zwischenfälle gab es keine.

Von David Baer (Bilder) und Andreas Mäder (Text) Rümlang – Am Glühweinstand herrscht gähnende Leere. Es ist schlicht zu warm für das alkoholische Heissgetränk. Die durstige Kehle wird da lieber mit lokalem Bier oder einem kühlen Cüpli gestillt. «Ohne Nebel und Kälte fehlt das Glühwein-Feeling», bringt eine Besucherin aus Dielsdorf die Stimmung am Rümlanger Martinimärt auf den Punkt. Ebenfalls aufs kalte Wetter gesetzt hat der Turnverein, der Stangenfondue anbietet. Dabei handelt es sich um eine Spezialität des Vereins, die schon seit mehreren Jahren am Martinimarkt feilgeboten wird: Ein Hotdog-Brot wird mit Käse statt mit Wurst gefüllt. Wenn man beim Essen regelmässig drücke, könne man den Leckerbissen ohne Schweinerei verzehren, erklärt die Verkäuferin. Die Käsespuren vor dem Stand verraten aber, dass der Genuss eines Stangenfondues nicht ganz einfach ist. Mit dem bisherigen Umsatz sind die Turner zufrieden – dass der Martinimarkt zum ersten Mal nicht am 11. 11., sondern am Samstag danach stattfindet, stört sie nicht. Die Bekannten und Verwandten würden sowieso auf ein Stangenfondue vorbeischauen. Den neuen Termin für den Martinimarkt beschloss der organisierende Gewerbeverein bei seiner Generalversammlung im Frühling. Ausschlaggebend dafür waren die sinkenden Besucher – und Ausstellerzahlen bei der Durchführung am Martinstag – der immer wieder auf einen Wochentag fiel. Vom neuen Termin profitiert hat die Elternmitwirkung des Schulhauses Rümelbach. Für die teilweise berufstätigen Eltern sei es einfacher, an einem Wochenende eine Standaktion zu betreuen als unter der Woche, erklärt Nadja Giannini, Präsidentin der Elternmitwirkung. Ausserdem könnten die Kinder an einem freien Tag auch selber am Stand vorbeikommen. Der Elternverein verkauft Pralinés für einen guten Zweck. Der Erlös aus den von den Kindern in der Schulküche selber hergestellten Köstlichkeiten soll ein neues Spielgerät auf dem Pausenplatz ermöglichen. Als speziellen Höhepunkt ist es Giannini gelungen, den lokalen Popstar Andrina an den Martinimarkt zu holen. Die junge Künstlerin, die diesen Sommer im Vorprogramm von DJ Bobo auf der Bühne stand, schreibt während einer Stunde Autogramme – die vor allem beim jungen Publikum begehrt sind. Die Popsängerin ist selber in Rümlang aufgewachsen und gerne an den Martinimarkt gekommen: «Rümlang ist meine Heimat, ich fühle mich mit dem Ort verbunden.» Positive Bilanz Daniel Michel vom Desserthüsli verkauft belgische Waffeln nach speziellem Rezept aus Lüttich. Er ist davon überzeugt, dass an einem Samstag mehr Leute an den Markt pilgern als unter der Woche. Die Atmosphäre in Rümlang gefällt ihm: «Es ist angenehm am Martinimarkt.» Noch skeptisch bezüglich des Termins zeigt sich der Verkäufer am Spielwarenstand: «Wie sich das neue Datum bewährt, sehen wir am Abend.» Der Andrang der Kinder auf Süssholz und Plastikschwerter ist jedenfalls gross. Die Jungs bewundern Ritterrüstungen und Pistolen, die Mädchen Haarreifen und Krönchen mit der Aufschrift «Girls Dream» oder «Dream Princess». Für Fasnachtsstimmung sorgen sechs Guggenmusiken – darunter die Lokalmatadoren, die Einhorngusler, und die Los Guggos aus Oberglatt. Sie heizen dem Publikum auf dem Platz vor dem Gemeindehaus und im Festzelt mit heissen Rhythmen ein. Zwar wähnt man sich bei Temperaturen von rund 15 Grad eher am Karneval in Rio de Janeiro als an der Fasnacht in der Schweiz – der Stimmung tut dies keinen Abbruch. Caroline Nesshold vom Gewerbeverein Rümlang zieht zum Schluss der Grossveranstaltung eine durchwegs positive Bilanz. Dank des guten Wetters seien Tausende Besucher gekommen – eine genaue Zahl gebe es nicht. Das Fest sei friedlich verlaufen, ganz ohne Schlägereien oder andere Zwischenfälle. Fondue im Brot war auch bei mildem Wetter gefragt. Derweil sorgten die Guggenmusiker für Stimmung. Werbung in eigener Sache machte Andrina (mit CD).

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