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Steuersenkung dank Fettpolster

Bülach soll punkto Steuern auf kleinerem Fuss leben. Der Stadtrat will 2 Prozent weniger einziehen. Doch im Budget für 2011 ist ein Minus vorgesehen.

Von Fahrettin Calislar Bülach – Noch immer wartet Finanzvorsteher Walter Baur auf den wegen der globalen Wirtschaftskrise schon lange befürchteten Einbruch bei den Einnahmen. Doch auch die Prognosen der Rechnung für das laufende Jahr zeigen: Der Bülacher Stadtkasse geht es blendend. Statt des vorgesehenen Minus von 3,6 Millionen Franken schliesst sie 2010 mit einem Plus von 1,4 Millionen Franken, wie Finanzchef André Rollin gestern ausführte. Für 2009 war ein kleines Defizit budgetiert gewesen; es resultierte ein Plus von 14 Millionen Franken. In den letzten vier Jahren sind unter dem Strich 28 Millionen Franken in die Kasse geflossen, obwohl man bei den Investitionen nicht gespart habe, so Baur. Dennoch gehen er und seine Stadtratskollegen davon aus, dass 2011 ein schwächeres Jahr sein wird. 4 Millionen Franken weniger Einnahmen als Ausgaben, das ist die Vorhersage. Dabei rechnet der Stadtrat mit einer Senkung des Steuerfusses um 2 auf 117 Prozent, die zweite Reduktion innerhalb von zwei Jahren (2008: 123 Prozent). «Angesichts unserer Reserven lässt sich eine Senkung rechtfertigen», so Baur. Er fordert seit seiner Amtsübernahme einen niedrigeren Steuerfuss. «Wir müssen weg vom kantonalen Maximum», ist seine Parole. Der Wert müsse sich zwischen dem kantonalen Schnitt (112 Prozent) und dem Höchstwert (122) bewegen. Der Geldstrom fliesst ruhiger Der Fluss vor allem älterer Steuern in die Kasse werde nicht mehr so reissend sein, nehmen die Finanzer an. Weitere Gründe für die befürchtete negative Entwicklung sind ein geringerer Steuerausgleich – weil es Bülach insgesamt besser geht – und Mehrkosten im Bildungs- und Sozialbereich sowie beim Personal. Der Lohnaufwand soll um 2 Prozent steigen. Hinzu kommen wegen zusätzlicher Investitionen steigende Zinszahlungen und höhere Abschreibungen. Baur kann die Reduktion auch deshalb reinen Gewissens vorschlagen, weil die vielen fetten Steuerjahre das Vermögen um mehr als das Doppelte auf 70 Millionen Franken haben anschwellen lassen. Und weil auch die Schulden stark abgenommen haben. Heute ist Bülach in einer guten Ausgangslage und kann sich auf die vielen teuren Infrastrukturprojekte vorbereiten, die da in den nächsten Jahren geplant sind: Alters- und Pflegeplätze, verschiedene Sanierungen, neues Verwaltungsgebäude, Stadtteil Bülach-Nord und Sportpark Erachfeld. Schwieriges Budgetieren Bei seinen weiteren Aussichten rechnet der Stadtrat mit einem Anstieg der Bevölkerung um rund 3000 auf 20 000 Personen bis 2025. Dabei hielt Baur einmal mehr fest, wie schwierig es sei, Voraussagen zu machen. Seit 2001 schliessen die Rechnungen immer viel besser ab als veranschlagt und sind seit 2003 im Plus. Die Abweichungen haben sich in neun Jahren auf insgesamt 46 Millionen Franken summiert. Auch bei der Finanzplanung für die Zukunft sprach Baur letztes Jahr noch von einem kumulierten Defizit von 33 Millionen Franken in vier Jahren. Heute rechnet er für denselben Zeitraum noch mit einem Gesamtminus von 10 Millionen.

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