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Stromriesen wollen sich rasch einigen

Die Stromkonzerne BKW, Axpo und Alpiq streben noch dieses Jahr eine Einigung in der Frage um neue AKW-Standorte an.

Im Wettstreit der drei grossen Stromkonzerne um zwei neue Atomkraftwerke scheint eine gütliche Einigung nicht mehr ausgeschlossen. Wie die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerats (Urek) gestern Nachmittag mitteilte, hätten BKW, Axpo und Alpiq in den Hearings vom Montag betont, sich bis Ende Jahr auf die Standorte der neuen AKW und den Fahrplan einigen zu wollen. Die Standortkantone der heutigen Atomkraftwerke – Bern, Aargau und Solothurn – bekräftigten, ebenfalls auf eine Einigung hinwirken zu wollen. Partnerschaftliche Lösung Ein Kompromiss war bisher in weiter Ferne, weil Axpo und BKW gemeinsam für Ersatzkraftwerke in Beznau und Mühleberg weibelten und die Alpiq ihrerseits im Kanton Solothurn Gösgen 2 bauen wollte und immer noch bauen will. Das Problem: Es werden mittelfristig wohl maximal zwei neue Atomkraftwerke gebaut, drei sind unwahrscheinlich. Mittlerweile scheinen die Stromkonzerne jedoch eingesehen zu haben, dass es Kompromisse braucht. So sagte etwa der Alpiq-Vizepräsident und Solothurner Finanzdirektor Christian Wanner gestern auf Anfrage: «Klar wollen wir Gösgen 2, das ist für Alpiq und den Kanton Solothurn sehr wichtig. Aber wir wissen, dass es am Schluss womöglich auf eine Beteiligung an einem anderen Werk hinausläuft.» Das ist ein Modell, das in der Energiewirtschaft sehr häufig praktiziert wird. AKW Mühleberg bis 2025? Als interessant bezeichnete die Urek in ihrem Communiqué die Aussagen der Stromkonzerne zur drohenden Stromlücke. So müssen die ersten Schweizer Atomkraftwerke nach Einschätzung der Stromproduzenten nicht bereits 2020 vom Netz, sondern erst fünf Jahre später. Die Frage nach der Stromlücke sei vor diesem Hintergrund weniger dringlich als bisher angenommen. Die BKW hat damit erstmals öffentlich erklärt, dass sie das AKW Mühleberg bis 2025 betreiben möchte. Bislang sprach der Energiekonzern immer davon, dass Mühleberg «nach 2020» vom Netz gehen müsse. Die Betriebsbewilligung für Mühleberg ist bis 2012 befristet. Das Gesuch der BKW um eine unbefristete Bewilligung ist noch hängig. phm/sny >

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