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Suche nach dem Unfallboot ist «viel schwieriger, als viele meinen»

Nach dem tödlichen Unfall auf dem Bielersee wird ein Boot der Marke Boesch, Riva oder Pedrazzini gesucht. Bootsbauer Markus Boesch sagt, so einfach sei das nicht.

Biel/Kilchberg – Die Suche nach dem Unfallfahrer vom Bielersee läuft auf Hochtouren. Mittlerweile hat die Kantonspolizei eine Sonderkommission eingesetzt. Dass der Lenker drei Tage nach dem tragischen Unglück nicht gefunden ist, löst vielerorts Unverständnis aus, bei Leserbriefschreibern und Bootsfahrern etwa – die Suche sei doch einfach, heisst es. «Die Suche gestaltet sich viel schwieriger, als viele meinen», sagt hingegen Markus Boesch. Er fabriziert und vertreibt in Kilchberg Boesch-Motorboote in der vierten Generation. Ein solches Boot oder eines der Marken Pedrazzini oder Riva vermutet die Polizei aufgrund von Zeugenaussagen als Unfallboot. Boesch schliesst nicht aus, den Todesfahrer zu kennen, relativiert aber: «In der Schweiz sind über tausend unserer Boote registriert.» Er kenne natürlich längst nicht alle Kunden persönlich. Nach dem Unglück auf dem Bielersee hat Boesch dennoch seinen Kundenstamm durchforstet: Rund ein Dutzend seiner Boesch-Boote sind auf dem Bielersee registriert. «Doch die meisten sind alte Boote, Liebhaberstücke aus den Siebzigerjahren. Ihre Besitzer sind vielleicht längst gestorben.» Keine Wanderboote Markennamen wie Boesch und Pedrazzini würden oft zur Typisierung herbeigezogen, weil es sich dabei um die wenigen aktiven Bootsbauer in der Schweiz handle, sagt Boesch. Für das Unternehmen könne das imageschädigend sein: «Nach einem Raserunfall ruft man auch nicht als Erstes bei BMW, Porsche oder Audi an.» Was die Suche gemäss Boesch zudem erschwert, ist, dass der Kapitän von überall her kommen könne. Aber: «Boesch und Pedrazzini sind Luxusboote, nicht Wanderboote.» Das würde bedeuten, dass das Boot noch auf einem der Juraseen sei. Um die Kunden an den Jurarandseen besser betreuen zu können, hat die Firma Boesch vor zwei Wochen die Vertretung der Bootswerft Rohn in Erlach übertragen. Deren Geschäftsleiterin Silvia Sager-Rohn hat vom Unfall nichts mitbekommen, da die meisten Kunden den See wegen der düsteren Wolken schon nach dem Mittag verlassen hätten. (ls) (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)

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