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Swatch investiert eine Milliarde

Omega bleibt offizieller Zeitnehmer der Olympischen Spiele bis 2020.

Das Internationale Olympische Komitee (IOK) und der weltgrösste Uhrenkonzern Swatch Group mit Sitz in Biel verlängern ihre Partnerschaft um weitere zehn Jahre. Dies teilte gestern IOK-Präsident Jacques Rogge in Lausanne, dem Hauptsitz der Organisation, mit. Die Swatch Group ist seit Athen 2004 offizieller Zeitnehmer der Olympischen Spiele. Der 2001 abgeschlossene Vertrag wäre nach Vancouver 2010 abgelaufen. IOK-Präsident Rogge, Swatch-Konzernchef Nick Hayek, Swatch-Präsident Nicolas Hayek und Omega-Chef Stephen Urquhart haben gestern im Olympischen Museum in Lausanne den Vertrag unterzeichnet. Die Vertragsverlängerung kommt eine Woche vor dem IOK-Kongress in Kopenhagen, wo die Sommerspiele für 2016 vergeben werden. Im Rennen sind Chicago, Madrid, Tokio und Rio de Janeiro. Kein Sponsoring Streng genommen kümmert sich die Swatch-Tochterfirma Swiss Timing im bernjurassischen Corgémont um die Zeitmessung an den Olympischen Spielen. Nach aussen sichtbar wird aber die zur Swatch Group gehörende Luxusuhrenmarke Omega sein, wie bereits in Peking im vergangenen Jahr. Wie Konzernchef Nick Hayek sagte, handle es sich beim verlängerten Engagement nicht um Sponsoring: «Sponsoren zahlen viel Geld und erhalten dafür eine Gegenleistung. Die Swatch Group hingegen erbringt Dienstleistungen für die Olympischen Spiele.» Anforderungen steigen Diese umfassen die Zeitmessung und die Verarbeitung der Daten. Die Anforderungen steigen. «Wenn Hundertstelsekunden über Gold oder Silber entschieden, müssen unsere Messsysteme immer präziser werden und deren Beweiskraft unbestritten sein», so Nick Hayek. Zuschauer und Medien erwarteten zudem, dass die Resultate immer schneller bekannt gegeben und übersichtlicher aufbereitet würden. Die Swatch Group will dank der Olympischen Spiele die Glaubwürdigkeit von Omega weiter festigen. «In Zeiten, wo eine grosse Ungewissheit herrscht, suchen die Menschen Halt. Omega und die Olympischen Spiele mit ihrer langen Geschichte bieten dies», erklärte Nick Hayek. Über die kommerziellen Ziele der Partnerschaft hielt er sich bedeckt. Er räumte aber ein, dass die Spiele seit 2004 «sehr einträglich» für die Swatch Group gewesen seien. Für die Zusammenarbeit mit dem IOK wird die Swatch Group jedes Jahr Investitionen im dreistelligen Millionenbereich tätigen. «Über die Dauer der zehn Jahre rechne ich somit mit einem Betrag von über einer Milliarde Franken», sagte Swatch-Präsident Nicolas Hayek gegenüber dieser Zeitung. Die Ausgaben kämen dem Werkplatz Schweiz und auch der Swatch Group zugute. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Gruppe tüfteln immerzu an neuen Technologien. Eine Innovation aus dem Hause Swatch Group ist etwa die Anschlagplatte mit automatischer Zeitmessung für den Schwimmsport. Wie sehr sich die Zeitmessung in den vergangenen siebzig Jahren verändert hat, zeigt folgender Vergleich. Den ersten Auftritt als offizieller Zeitnehmer hatte Omega an den Spielen 1932 in Los Angeles. Damals stoppten die Offiziellen die Wettkämpfe mit dreissig Stoppuhren. Für Peking 2008 mussten 420 Tonnen Material nach China geflogen werden. Omega-Chef Urquhart übergab gestern Jacques Rogge eine der in Los Angeles verwendeten Stoppuhren als Geschenk fürs Olympische Museum. Der IOK-Präsident scherzte mit Blick auf die Korruptionsvorwürfe ans IOK in der Vergangenheit, er werde die Uhr nutzen, um beim Komitee «die Uhren wieder richtig zu stellen». Jon Mettler >

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