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Tempo 30 für Hombrechtikons Zentrum

Der Landi will im Zentrum von Hombrechtikon neue Gebäude errichten. Der Gemeinderat springt auf den Zug auf: Er will den Dorfkern erneuern, indem er die Rütistrasse aufwertet.

Hombrechtikon. - 250 Hombrechtiker wollten an der Informationsveranstaltung vom Mittwochabend wissen, wie sich der Gemeinderat ein modernes Dorfzentrum vorstellt. Und was die Landwirtschaftliche Genossenschaft dort Neues bauen will. Deren Präsident Mario Weber präsentierte seine Absichten. Neu möchte die Genossenschaft zwei Gebäude auf ihrem Land im Zentrum erstellen - den Landi mit 800 und den Volg mit 400 Quadratmetern.

«Beim bestehenden Gebäude müsste sowieso das Flachdach saniert werden», sagte Weber. Auch die Tankstelle brauche eine Revision. Sie soll aber weiterhin betrieben werden, zusätzlich soll es einen Tankstellenshop geben. Ausserdem sind Gebäude mit Zusatznutzungen wie einer Apotheke oder einer Bank sowie Büros und Wohnungen in den Obergeschossen geplant. Für dieses Projekt braucht es einen Gestaltungsplan. Der Präsident rechnet mit Kosten von rund 35 Millionen Franken. Die 80 Mitglieder der Genossenschaft werden im nächsten Frühling an einer Versammlung darüber entscheiden.

Gemeindepräsident Max Baur sieht das Landi-Projekt als Chance für die Gemeinde: «Wenn Private eine solche Umgestaltung im Zentrum anstossen, ist das eine einmalige Möglichkeit für die Gemeinde, sich zu beteiligen», sagte er.

Die Idee, das Zentrum Hombrechtikons aufzuwerten, ist aber nicht neu, im Gegenteil, sie ist sogar ein Legislaturziel. Grosse Probleme im Zentrum sind die stark befahrene Rütistrasse sowie die unübersichtliche Kronenkreuzung, an der es immer wieder zu Unfällen kommt. An der Kronenkreuzung ist man bisher noch zu keiner optimalen Lösung gekommen, weder mit Ampeln noch mit einem Kreisel. Letzterer wäre nur realisierbar, wenn bestehende Gebäude abgerissen würden.

Begegnungszone ist zu aufwendig

Michael Camenzind, Verkehrsplaner bei der Suter von Känel Wild AG, präsentierte deshalb am Mittwochabend einen Vorschlag, wie sich der Gemeinderat das neue Dorfzentrum vorstellt. Zur Entlastung der Rütistrasse sei es die beste Lösung, diese zur Gemeindestrasse zu machen und den ganzen Durchgangsverkehr über die Oetwilerstrasse zu leiten. Andere Varianten habe man geprüft, aber wieder verworfen. Ein Einbahnring zum Beispiel wäre mit Umwegfahrten verbunden und würde zu einer Mehrbelastung führen, sagte Camenzind.

Auch zur Verkehrsberuhigung auf der Rütistrasse haben sich die Planer mehrere Varianten überlegt. «Eine Begegnungszone mit Tempo 20, in der der Fussgänger Vortritt hat, würde eine totale Umgestaltung der Strasse bedingen», erklärte Camenzind, «dieser Aufwand wäre zu gross.» Auch eine Extremvariante wie ein Unterbruch der Strasse wurde wieder verworfen. Klar hat man sich hingegen für eine Tempo-30-Zone entschieden.

Eine Ampel an der Sternenkreuzung

Um die Kronenkreuzung zu entflechten, ist vorgesehen, die Rütistrasse nur noch einspurig zu führen. Richtung Kronenkreuzung darf nur noch der Bus fahren. Da der Verkehr an der nördlich der Kronenkreuzung liegenden Sternenkreuzung zunehmen wird, ist dort am Fussgängerstreifen ein Lichtsignal geplant. Vorgesehen sind auch Lärmschutzmassnahmen für die Anwohner der Oetwilerstrasse, die Mehrverkehr in Kauf nehmen müssten. Die Kosten schätzt der Gemeinderat auf rund 3 Millionen Franken - der Kanton würde etwa 1,2 Millionen davon übernehmen.

Das Zentrumsprojekt gab viel zu diskutieren. Bereits kamen von den Anwesenden auch Vorschläge zur Detailplanung. Gemeindepräsident Max Baur betonte, dass dies erst ein Ausblick und nicht die letzte Informationsveranstaltung zum Thema gewesen sei. Ausserdem hätten die Stimmbürger sowieso das letzte Wort, weil über ein solches Projekt an der Gemeindeversammlung entschieden werde.

«Wichtig ist: Es handelt sich beim Landi-Ausbau und der Zentrumsplanung um zwei unabhängige Projekte», sagte Baur. «Doch wenn man sie zusammenführen würde, wäre es für beide Seiten positiver.»

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