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Trümmerfund nährt die Hoffnung auf eine Erklärung

Tauchroboter haben Teile der 2009 über dem Atlantik abge-stürzten Air-France- Maschine gefunden.

Von Oliver Meiler, Marseille In Frankreich wähnte man das Wrack von Flug AF 447 bereits für immer verschollen, irgendwo im Atlantik vor den Küsten Brasiliens. Fast zwei Jahre und drei Suchphasen hatten nichts gebracht. Ausser dem Heckflügel in den Farben von Air France, der schon am Tag des Absturzes der Maschine geborgen worden war, und einigen Leichen der 228 Passagiere und Crewmitglieder, die an jenem 1. Juni 2009 von Rio de Janeiro nach Paris reisen wollten, gab das Meer nichts mehr her. Und so überraschten die französischen Behörden am Montag mit der Mitteilung, Tauchroboter hätten zwei Motoren und ein grosses, intaktes Stück Kabine gefunden – in 4000 Meter Tiefe, nahe der Stelle, von der das letzte Signal der Maschine registriert worden war. Die Roboter haben die Trümmer gefilmt und fotografiert. Gehoben werden die Wrackteile jedoch erst in drei Wochen. Frankreichs Transportministerin Nathalie Kosciusko-Morizet, die das Bildmaterial gesehen hat, sagte dazu: «Es ist ein bedeutendes, vollständiges Stück Flugzeug.» In der Kabine könne man Körper sehen. Da die Teile auf recht kleinem Raum verstreut sind, gehen die Fahnder davon aus, dass die Maschine in einem Stück auf die Meeresoberfläche geprallt, also nicht im Flug explodiert ist. Die Vereinigungen der Opferangehörigen zeigten sich «sehr ermutigt» über den Sucherfolg. «Wir haben jetzt die Aussicht, dass wir unsere Lieben beerdigen können», sagte einer ihrer Vertreter am französischen Fernsehen. Box noch nicht gefunden Mit einiger Spannung erwartet man nun, ob die Fahnder auch die beiden Blackboxes mit den aufgezeichneten Flugdaten und Funkkonversationen im hinteren Teil der Kabine des Airbus 330 finden werden. Und ob diese Speicher nach 22 Monaten auf dem Meeresgrund überhaupt noch verwendbares Material bereithalten. Der Absturz von Flug AF 447 gilt bis heute als Rätsel. Das Wetter war zwar an jenem Tag stürmisch. Und vereiste Geschwindigkeitssonden könnten die Piloten in die Irre geführt haben. Doch den Experten reichen die Erklärungen nicht aus. Air France musste sich auch den Verdacht anhören, die Wartung ihrer Maschinen sei mangelhaft und sie habe die Probleme des Flugzeugtyps A330 gekannt, aber ignoriert. Erst vor kurzem wurde ein Justizverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen Air France und gegen den Flugzeugbauer Airbus eröffnet. Auch sie hoffen auf Erklärungen aus den Trümmern – möglichst entlastende. Unterwasserbild eines Rumpfteils von AF 447 in 4000 Meter Tiefe.

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