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Uetiker Schule: SVP fordert Übungsabbruch

Schulpräsident Christoph Alder (SP) hat mit seiner öffentlichen Kritik am selbst gesteuerten Lernen eine Lawine losgetreten.

Von Lucien Scherrer Uetikon – Probleme an der Sekundarschule Uetikon galten offiziell bis vor kurzem als inexistent. Vor allem die Schulpflege beteuerte seit der Einführung des selbst gesteuerten Lernens im Jahr 2007 trotz aller Krisensymptome stets, es sei alles in bester Ordnung. Doch seit der neue Schulpräsident Christoph Alder (SP) in einem Interview das Schweigen gebrochen hat (TA vom 21. 1.), weht ein neuer Wind. Alder äusserte Zweifel am Uetiker Unterrichtsmodell, weil dieses angesichts der Vorgaben des Kantons nur schwer umsetzbar sei und die Lehrer in hohem Mass belaste. Dafür erntet er jetzt lauten Beifall von der SVP. Diese verlangt mit einer Petition kurzerhand einen Abbruch der ganzen Übung. Gefragt sei ein Schritt zurück, «weg vom reinen Selbstzweck» und hin zu den Bedürfnissen der Bevölkerung, auch wenn einzelne Exponenten der Schulpflege dagegen seien. Schulpflege ist gespalten Ob es so weit kommt, wird die fünfköpfige Schulpflege Anfang Februar entscheiden. Wie die Meinungen verteilt sind, zeichnet sich aber bereits jetzt ab, denn einzelne Schulpfleger sind durch die forschen Äusserungen des Schulpräsidenten aufgeschreckt worden. So hat Stephan Christen (FDP) eiligst einen Leserbrief verfasst, in dem er das Unterrichtsmodell kaum verhohlen verteidigt und die Behauptungen Alders zum Teil bestreitet. Obwohl die Schulpflege abgemacht hatte, dass sich nur der Präsident zu aktuellen Fragen äussern solle. Anders als Christen hält sich seine parteilose Kollegin Ladina Ladner an diese Vorgabe – dafür nimmt ihr Mann Beat kein Blatt vor den Mund: In einem Leserbrief verhöhnt er die «Meisterleistung der Kommunikation», die Alder vollbracht habe. Dass nun öffentlich über die Probleme debattiert wird, hält er für unzumutbar, weil die Kinder so von einem Übertritt in die Sek abgeschreckt werden könnten. Auf welcher Seite die beiden SVP-Vertreter Felix Weber und Daniela Maier stehen, ist klar – auch wenn sie derzeit aus Kollegialitätsgründen nicht offiziell Stellung beziehen möchten. Dass Weber aber kein Freund des selbst gesteuerten Lernens ist, ist im Dorf ein offenes Geheimnis. Bisher war er mit dieser Haltung jedoch stets in der Minderheitsposition. Das könnte sich jetzt ändern.

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