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Umfahrung des Mooses rückt wieder in Reichweite

Der Regierungsrat will nun doch eine Umfahrung für das Neeracherried prüfen. Die Gemeinden sind dafür offen, sie verlangen aber ein regionales Verkehrskonzept.

Von Dominique Marty Weil sich die betroffenen Gemeinden Neerach, Höri und Niederglatt gesprächsbereit zeigen, will der Regierungsrat den Bau einer Umfahrungsstrasse des Neeracherrieds nochmals vertieft prüfen. Das schreibt er in seiner Antwort auf einen Vorstoss der Kantonsratskommission für Planung und Bau. Mit einer Motion hatten sich Kantonsräte von rechts bis links im Herbst gegen die Sanierung der bestehenden Strasse durchs Neeracherried gewehrt und gefordert, der Regierungsrat solle ein Umfahrungsprojekt ausarbeiten. Die Kehrtwende des Regierungsrats erntet im Unterland und den betroffenen Gemeinden positive Reaktionen. «Mit dem Sanierungsentscheid wurde ein Richtplaneintrag und damit ein Kantonsratsbeschluss umgangen», sagt Thomas Hardegger, SP-Kantonsrat und Kommissionspräsident. «Das hat der Regierungsrat nun eingesehen, und das freut mich.» Die Gemeinden seien «nie einfach gegen die Umfahrung» gewesen, sagt Luzius Hartmann, Gemeindepräsident von Niederglatt. «Wir sind auch nicht gegen den Naturschutz.» Allerdings verlangen die drei Gemeinden, dass ein regionales Verkehrskonzept erstellt werde, bevor eine Umfahrungsstrasse gebaut werde. «Losgelöst von der Verkehrssituation der umliegenden Dörfer eine Umfahrung zu bauen, ist doch Flickwerk», sagt Hartmann. «Dafür Steuermillionen auszugeben, würde die Bevölkerung nicht goutieren.» Auch Beat Lienhard, Gemeindepräsident von Neerach, sagt, dass sich die Gemeinden stets gesprächsbereit gezeigt hätten. «Der Regierungsrat will nun unsere Visionen zur Anbindung der Umfahrung und zu regionalen Lösungen kennen lernen», sagt er. Ein Gesamtverkehrskonzept, wie es den drei Gemeinden vorschwebe, sei vom Kanton für den konkreten Fall nicht vorgesehen, sagt Anselm Schwyn, Mediensprecher der Volkswirtschaftsdirektion. Allerdings will der Kanton zusammen mit den Gemeinden Strassennetzkonzepte für die einzelnen Regionen ausarbeiten. Mit diesen sollen Siedlung und Verkehr einer ganzen Region aufeinander abgestimmt werden. «Dabei werden solche Gesamtlösungen auch für das Unterland geprüft», sagt er. «Eine Pilotplanung für das Furttal steht kurz vor dem Abschluss.» Eine Prognose, bis wann mit einer Realisierung zu rechnen sei, wagt niemand. Denn diese bleibt rechtlich eine Knacknuss: Statt im Moor kommt sie im Moorlandschaftsgebiet zu stehen – und dort verbietet die Verfassung den Bau von neuen Strassen.

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