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Und «munter» steigen die Prämien

Ausgabenvom 2.Oktober «Bern zahlt fünfthöchste Prämien der Schweiz» Es wird uns weisgemacht, dass wir Berner/-innen mit durchschnittlich 11,5 Prozent Prämienerhöhung (für die Grundversicherung) 2010 besser wegkommen als erwartet Im Weiteren hat aber das Bundesamt für Gesundheit noch die Maximalrabatte bei den Wahlfranchisen gesenkt, was bei höheren Franchisen stärkere Prämien-erhöhungen zur Folge hat. Regierungsrat Philippe Perrenoud redet Klartext, wenn er von gravierenden Folgen für viele Einzelne und die Wirtschaft spricht. Wer nämlich glaubt, er könne sich dank Teuerungsausgleich (und Ausgleich der kalten Progression bei der Bundessteuer) nächstes Jahr gleichviel für sein Geld kaufen, ist auf dem Holzweg. Denn die Krankenversicherungsprämien sind nicht im Landesindex der Konsumentenpreise enthalten! In einer Broschüre erklärt das Bundesamt für Statistik (www.lik.bfs.admin.ch), dass unbestrittenermassen wegen der seit einiger Zeit massiv ansteigenden Krankenkassenprämien die Budgets der privaten Haushalte zusätzlich zur ausgewiesenen Teuerung finanzielle Einbussen erleiden. «Diesem Umstand ist jedoch in der wirtschaftspolitischen Praxis Rechnung zu tragen, zum Beispiel im Rahmen von Lohnverhandlungen oder Rentenanpassungen.» Hanspeter OppligerHilterfingen Budgetkosmetik Hauptthema in allen schweizerischen Medien war gegen Ende letzter Woche der erneute Prä- mienanstieg. Statistische Darstellungen über die Prämienentwicklungen in den vergangenen Jahren, Stellungnahmen von Gesundheitsökonomen und Fachexperten, widersprüchliche Prozentzahlen betreffend Prämienanstieg, Schuldzuweisungen und Absurditäten jeder Art waren an der Tagesordnung: Ein richtiger Wirrwarr und ein wahrer Dschungel von Zahlen, Meinungen, Fehleinschätzungen und Auseinandersetzungen, die für einen Grossteil der Betroffenen und insbesondere für Laien nicht mehr nachvollziehbar sind. Hierzu nur zwei Beispiele: In den vergangenen Jahren haben namhafte Krankenversicherer mit «ausgeklügelten» Marketing- und Akquisitionsmassnahmen alles unternommen, um junge, möglichst gesunde Kunden zu einem Kassenwechsel zu veranlassen. Mit massiven Prämienaufschlägen werden nun diese gleichen Neukunden «zur Kasse gebeten». Zudem herrscht unter den Kassen ein unerbittlicher Wettbewerb. Ist nicht auch das Bundesamt für Gesundheit mitschuldig an der heutigen misslichen Situation, indem es in den vergangenen Jahren bei einigen Kassen zu tiefe Prämien genehmigt und somit Budgetkosmetik betrieben hat? Haben wirklich alle heute bestehenden Krankenkassen noch eine Existenzberechtigung? Ist es aus ethischen und moralischen Gründen noch verantwortbar, dass kranke und leidende Menschen diesem ruinösen Konkurrenzkampf ohne Zukunftsperspektiven ausgeliefert werden? Bekanntlich muss eine Krankenkasse in der Grundversi-cherung alle, das heisst Junge und Ältere, Gesunde und Kranke, aufnehmen. Deshalb empfehlen kantonale Verwaltungen und Patientenorganisationen den Versicherten, nach günstigeren Grundversicherungsprämien Ausschau zu halten und möglicherweise die Kasse zu wechseln. Ein gutes Instrument, um zu den verschiedenen Vergleichszahlen zu gelangen, wäre das Internet. Wie sollen sich aber vor allem ältere Leute in der Fülle der Beschreibungen und Angebote im Internet zurechtfinden? Besteht nicht gerade bei älteren Menschen Misstrauen gegenüber und eine gewisse Angst vor einem Kassenwechsel, da sie vielleicht seit der Geburt oder wenigstens während Jahrzehnten immer bei der gleichen Kasse versichert waren? Bestimmt wären viele Versicherte trotz des Wechsels in den kommenden Jahren wieder in der gleichen Situation! Fazit: Im heutigen Krankenkassen(un)wesen hat fast durchwegs der Egoismus die Oberhand gewonnen. Wie steht es heute und morgen mit der Solidarität? Joseph Zosso Schmitten Falsches Signal Ausgabe vom 3.Oktober «Kanton erhöht Beiträge» Dies ist einmal mehr ein billiger Trick, um die schon seit Jahren betriebene Pflästerlipolitik im Gesundheitswesen munter weiterführen zu können und das Stimmvolk bei Laune zu halten. Offenbar ist die links-grüne Regierungsmehrheit nach wie vor nicht bereit, endlich einmal die dringend nötigen Strukturbereinigungen im bernischen Gesundheitswesen und beim KVG umzusetzen, da man sich damit sicher unbeliebt macht und um seine politische Macht und Ämter fürchten muss. Da ist es doch wahrlich einfacher, das tumbe Volk weiter mit der Giesskannenpolitik zum «Hohle-Hand-Machen» zu animieren, statt einen Grossteil der Bevölkerung endlich einmal zu zwingen, wieder mehr Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen und am richtigen Ort zu sparen. Hier unterscheidet sich die rot-grüne Politik in nichts von der jahrzehntealten Gewerkschaftspolitik, die Jahr für Jahr nach mehr Lohn schreit, ohne jemals darüber nachzudenken, dass mehr Lohn auch immer höhere Lebenshaltungskosten bedeutet und wir deshalb mittlerweile auf einem international absolut nicht mehr wettbewerbsfähigen Niveau angelangt sind und nur noch Arbeitsplätze gefährden beziehungsweise vernichten. Hat sich dadurch die Situation der Schweizer Arbeiterschaft in all den Jahrzehnten verbessert? Sicher nicht! Und nun soll das Volk denselben fatalen Fehler also gefälligst auch noch bei den Gesundheitskosten machen. Da frage ich mich schon, für wie dumm uns unsere Regierenden eigentlich halten? Roland WirthnerOstermundigen>

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