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Unfall im Vollrausch gebaut

Eine letzte Chance hat ein 39-Jähriger vom Gericht erhalten: Er hatte einen schweren Unfall gebaut und Frauen überfallen.

Von Attila Szenogrady Herrliberg – Verurteilt wurde der Beschuldigte gestern vom Bezirksgericht Zürich: Es verurteilte ihn zu einer Busse von 900 Franken fest und einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten – allerdings nur zu einer bedingten. Am 5. März 2008 fuhr der Call-Agent ein geliehenes Auto. Der Drogenkonsument war in Begleitung seiner Freundin nicht nur ohne Führerausweis unterwegs, sondern er hatte vor der Abreise auch reichlich Bier, Prosecco und Methadon konsumiert. So raste er gegen 21 Uhr mit über 100 Kilometer pro Stunde durch das Seefeldquartier und gelangte nach Meilen, wo er in einem Restaurant mehrere Stangen Bier trank. Kurz nach Mitternacht setzte sich der Beschuldigte wieder hinter das Lenkrad und fuhr mit seiner Freundin sowie zwei Kollegen Richtung Uster. Eingangs Wetzwil/Herrliberg prallte der Wagen dann in einen Baum und in einen Zaunpfahl. Obwohl einer der Mitfahrer eine Kopfverletzung erlitten hatte, setzten sich er und seine Partnerin zu Fuss ab. Am nächsten Tag wurde das Paar von der Polizei ausfindig gemacht. Drei Frauen überfallen Wenige Wochen später leistete der Angeklagte sich die nächste Deliktsserie. Mit seiner Freundin überfiel er beim Zürcher Hauptbahnhof in vier Tagen drei Frauen. Dabei gingen die Angreifer recht brutal vor. Allerdings gelang es ihnen nur in einem Fall, Beute zu machen. Wenige Tage nach dem letzten Coup wurde er festgenommen und verbrachte über einen Monat in Untersuchungshaft. Da seine Freundin in der Zwischenzeit gestorben ist, musste er sich alleine vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Der weitgehend geständige Beschuldigte hinterliess einen guten Eindruck. Er hat seine Drogensucht fest im Griff. Und er geht einer Arbeit nach und macht eine Psychotherapie. Aufgrund des eindrücklichen Deliktskatalogs verlangte der Staatsanwalt dennoch eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten, die Hälfte davon unbedingt. Der Verteidiger forderte den Aufschub einer 20-monatigen Strafe zugunsten einer ambulanten Psychotherapie.

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