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Viel Einigkeit von links bis rechts

Die Kandidierenden für den Lysser Gemeinderat waren an einem Podiumsgespräch in vielem einer Meinung.

Das Beste kam am überparteilichen Wahlpodium vom Dienstagabend in Lyss zuletzt. In der letzten halben Stunde kreuzten nämlich Andreas Hegg (FDP) und Margreth Schär (SP) die Klingen. Beide stellen sich am 27.September zur Wahl ums Gemeindepräsidium, und beide sind sich einig: Noch-Gemeindepräsident Hermann Moser ist das Mass, an dem sich die künftige Lysser Politik messen muss. Was im Leben zählt So gab es denn auch nicht allzu viele Themen, bei denen sich die Kontrahenten uneins waren. Eines davon war die Frage, welche Bildung Lyss künftig erhalten soll. Margreth Schär fand es stossend, dass Lyss noch immer keinen obligatorischen zweijährigen Kindergarten anbietet. Andreas Hegg hingegen verwies auf das, was bereits verwirklicht ist. Etwa die Tagesschule, die vor zwei Jahren eingeführt wurde. Wichtiger ist ihm jedoch, dass die Schule «Leute ausbildet, die wissen, was im Leben zählt und was nicht». Entscheidender als gute Noten sei für Ausbildungsverantwortliche in Unternehmen, dass junge Berufsleute wüssten, wie sie sich zu benehmen hätten, meinte Hegg, der in Lyss Oberstufenlehrer ist. Für Ausgehverbot Zu reden gab Heggs Vorschlag, dass Schülerinnen und Schüler nach zehn Uhr abends nichts mehr auf der Strasse zu suchen hätten. Für Schär war unklar, wie denn eine solche Regel durchgesetzt werden sollte. Viel wichtiger seien Streetworker, welche die Jugendlichen an ihren Treffpunkten aufsuchten und sie zur Ordnung mahnten, meinte sie. Hegg entgegnete, dass Jugendliche dankbar seien, wenn klare Regeln gälten. Attraktiveres Zentrum Einig waren sich Schär und Hegg, dass das Lysser Zentrum attraktiver werden muss. «Es ist klar, dass der Marktplatz nicht verkehrsfrei werden wird», räumte Margreth Schär ein, die vor vielen Jahren ein autofreies Zentrum gefordert hatte. Heute möchte sie das Gebiet zwischen Hirschenkreisel und Lyssbach mit Brunnen und Sitzbänken aufmöbeln, Geschäfte und Beizen sollen das Flanieren zum Vergnügen machen. Dass es im Lysser Zentrum bald keinen Grossverteiler als Publikumsmagneten mehr geben wird, macht beiden Kandidaten Bauchweh. «Ich möchte möglichst gute Voraussetzungen für Gewerbler, damit dieses Vakuum gefüllt wird», erklärte Hegg vor rund 70 Zuhörerinnen und Zuhörern. Dazu müsse wieder ein Lebensmittelgeschäft ins Zentrum von Lyss, und mit einer Begegnungszone sollen die Leute zum Flanieren animiert werden. SVP: Für tiefere Steuern Vor Hegg und Schär diskutierten im Saal des Hotels Weisses Kreuz auch die übrigen Gemeinderatskandidatinnen und -kandidaten – vier von der BDP, je drei von der SVP, der SP und der EVP sowie zwei von der FDP. Dass Lyss auch in Zukunft wachsen soll, aber nicht mehr so rasant wie in den letzten zehn Jahren, waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter der Leitung von Journalist Markus Böni einig. Als einzige Partei forderte die SVP eine Steuersenkung von einem halben Steuerzehntel schon im nächsten Jahr. Dies sei das Mittel, um konkurrenzfähig zu bleiben und die Wirtschaft anzukurbeln, sagte Beat Jakob – dies, obwohl die Ersparnis durch die Ministeuersenkung für die meisten Steuerpflichtigen im zweistelligen Bereich bleiben dürfte. FDP und EVP: Vorsichtig Die übrigen Parteien wollten hinsichtlich Steuern nichts überstürzen. «Die Bürger erwarten einen Service Public in einer gewissen Qualität», betonte etwa Brigitte Hürzeler-Seiler von der FDP. Sie wehrt sich darum gegen eine Steuersenkung «auf Biegen und Brechen», die diese Qualität in Frage stellen könnte. Und Philipp Schenkel von der EVP doppelte nach, dass für den Entscheid, sich in Lyss niederzulassen, nicht nur die Finanzen ausschlaggebend seien. Ebenso wichtig seien die guten Verkehrswege, die attraktiven Landpreise oder gute Schulen. Thomas Uhland >

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