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Viel Sonnenschein und ein paar Stürze zum Jubiläum

100 Jahre nach der Erstaustragung trafen sich rund 1000 Teilnehmer in Buchs zur 96. «Metzgete».

Von Raquel Forster (Text) undRené Kälin (Fotos) Buchs – An diesem Sonntagmorgen herrscht schon kurz nach sieben Uhr reger Betrieb in Buchs. Von überall her pirschen Hobbyfahrer auf ihren Rennvelos heran. Alles fährt, klickt und schaltet und formiert sich auf dem Start- und Zielgelände. 1910 fand das Rennen zum ersten Mal statt. Zur gestrigen 96. Auflage der Züri- und Volksmetzgete haben sich nicht nur die Teilnehmer versammelt: Familie, Freunde sowie Helfer stehen bereit, um den Rennfahrern vor dem Start Glück zu wünschen. Denn auch dieses Jahr gilt es wieder, die 49 Kilometer lange Strecke über Dielsdorf, Neerach, Weiach bis zur Siglistorfer Höhe und über Schneisingen, Niederweningen die Steigung nach Regensberg zu erreichen. Danach führt der Weg über Boppelsen und Otelfingen wieder zurück nach Buchs. Je nach Kategorie müssen die Teilnehmer ein oder zwei Runden (98 Kilometer) fahren. Bis 60 Kilometer pro Stunde Insgesamt 932 Teilnehmer haben sich dieses Mal zur Volksmetzgete versammelt. Unter ihnen auch in der Umgebung bekannte Prominenz: Der Weiacher Gemeindepräsident Paul Willi versucht an diesem Morgen mit der Startnummer 176 sein Glück. Zusammen mit seinem Kollegen Werner Albrecht möchte er in der Seniorenkategorie einen gut Platz erreichen. Die Schwierigkeiten des heutigen Rennens sehe er vor allem darin, dass man die Leute nicht kenne und daher mehr aufpassen müsse. Angst sei aber fehl am Platz. Vielmehr müsse man einfach «Respekt und die Hand an der Bremse» haben. Genauso locker und motiviert sieht auch der 18-jährige Josua Burkhard dem Rennen entgegen: «Für mich ist Radfahren eine Freiheit, die man auf zwei Rädern geniesst», sagt er. Während andere mit dem Auto den Berg rauffahren würden, sei er stolz, dies mit dem Velo zu tun. Kurz vor acht Uhr stehen noch seine Eltern bei ihm. Denn heute möchte er seine letzte Zeit toppen und unter zwei Stunden ins Ziel fahren. Kurz danach ertönt auch schon der Startschuss, und Kategorie um Kategorie schwärmt aus der Startgeraden Richtung Dielsdorf aus. Ein Fahrer im Spital Schienen vor dem Start alle noch frisch und munter zu sein, so sieht das bei der zweiten Steigung am Regensberg anders aus. Nach knapp 40 Kilometern haben sich Felder formiert, und einigen Fahrern steht die Anstrengung ins Gesicht geschrieben: Es wird nicht mehr viel gelacht, und der Atem geht stossweise. Hoch konzentriert mühen sich die Fahrer – einige besser als andere – den Berg hinauf. «Die erste Vorentscheidung gabs bei der Siglistorfer Höhe. Dies ist nun die zweite», erklärt Nick Moratti, der in der Organisation mithilft. Nicht nur bei den Steigungen gebe es Vorentscheidungen, sondern auch bei den Talfahrten, wenn die Fahrer mit bis zu 60 Kilometern pro Stunde den Hang wieder herunterpreschen. Dass dies nicht ganz ungefährlich ist, zeigte sich auch dieses Mal: «Es gab ein paar Stürze und einen Unfall, bei dem ein Autofahrer in Regensdorf eine Gruppe Velofahrer unvorsichtig überholte. Ein Velofahrer musste zur Kontrolle ins Spital», erklärt Walter Leibundgut vom Medienservice. Die Mehrheit kam aber wieder heil und gut gelaunt ins Ziel. Darunter auch die 32-jährige Erika Böni aus Pfäffikon, die zu den rund 65 Frauen auf der Startliste der Volksmetzgete gehörte. Von Geschlechterkampf aber keine Spur: «Ich wurde von den Männern unterstützt und fühlte mich gut integriert», sagte Böni. Dass Frauen dennoch in der Unterzahl waren, habe damit zu tun, dass sie sich weniger zutrauen würden. Dieser Meinung war auch Verena Balli aus Glattbrugg: «Frauen melden sich erst an, wenn sie sich sicher sind, dass sie durchkommen», erklärte sie. Denn die Steigungen müsse man auch zuerst rauffahren können. Strahlendes Sommerwetter lockte gestern nicht nur die Hobbyfahrer nach Buchs: Familie und Partner erwarteten ihre Liebstenauf der Zielgeraden. Diese passierte auch der 1936 geborene Hans Balli (rechts), der mit 74 Jahren der älteste Teilnehmer war.

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