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Von Christine D’Anna-Huber

Von Christine D’Anna-Huber Ein «freak accident» sei es gewesen, schreiben die US-Medien: ein ungeheuerliches Zusammenspiel von Umständen, das zur Tragödie führte. Der Unfall geschah beim Meilenstein 105 auf der schnurgeraden Interstate 15 zwischen Las Vegas und der Stadt Mesquite an der Grenze zwischen Nevada und Arizona. Es regnete. Die Strasse war nass. Die Zeit: 17.10 Uhr. Eine Gruppe von Motorradfahrern hielt auf dem Schotter des Pannenstreifens, um Regenkleidung überzuziehen. Es waren 21 Schweizer auf 12 Motorrädern, darunter Steve Lee und seine Lebensgefährtin Brigitte Voss-Balzarini. «Er versuchte doch nur, sich sicherheitsbewusst zu verhalten», schrieb der amerikanische Promi-Blogger Perez Hilton am Tag nach dem Unfall, «der arme Mann!» Untersuchung im Gang Der Unfall geschah um 17.15 Uhr. Der Regen hatte inzwischen aufgehört, aber die Strasse war rutschig. Ein vorbeifahrender LKW geriet ins Schleudern, der 27-jährige Fahrer aus Illinois versuchte ein Ausweichmanöver. Vergeblich. Sein Anhänger erwischte fünf der abgestellten schweren Motorräder. Eines davon traf den 47-jährigen Gotthard-Sänger. Alle anderen Mitreisenden blieben unverletzt. 20 Minuten später wurden die Reanimierungsversuche abgebrochen. Gegen 18.13 Uhr Ortszeit stellten die inzwischen eingetroffenen Rettungskräfte den Tod von Steve Lee fest. Der «Rock liebende Schutzengel», den Lee dafür verantwortlich gemacht hatte, dass er im vergangenen August einen schweren Autounfall auf der Autobahn bei Florenz unbeschadet überstanden hatte, war in der Wüste von Nevada nicht dabei. Die Strasse wurde während mehrerer Stunden gesperrt, eine Untersuchung ist im Gang. Schon jetzt scheine festzustehen, erklärte der Highway-Trooper Joseph Fackrell, dass weder Drogen noch Alkohol, noch überhöhte Geschwindigkeit im Spiel gewesen sei. Die Bike-Tour durch die USA hätte, wie es auf der offiziellen Gotthard-Website heisst, die Erfüllung eines «lang gehegten Traums» werden sollen, den Lee der Tourneepläne wegen immer wieder habe verschieben müssen. Warten musste der Harley-Fan auch, weil er im Jahr 2000 nach Plattenaufnahmen in Los Angeles sein Visum um ein paar Tage überzogen hatte und zehn Jahre lang nicht mehr in die USA einreisen durfte, wie «Ticinonline» schreibt. Beerdigung in Porza Die Interstate 15 ist in den USA als «Highway to Hell» berüchtigt. Gemäss einer Untersuchung des U.S. Department of Transportation (DOT) gibt es nirgendwo mehr Verkehrsunfälle als auf dieser 180 Meilen langen Strecke zwischen Nevada und Arizona: In den letzten 14 Jahren sind 466 Menschen tödlich verunglückt. Die Beerdigung von Steve Lee wird laut «Corriere del Ticino» am übernächsten Wochenende in seinem Tessiner Wohnort Porza stattfinden. Bernard Thurnheer zu Steve Lee, Seite 11

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