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Von elenden Hundeleben an der Goldküste

Hunde werde am rechten Seeufer gerne verhätschelt, so heisst es. Aber auf manche warten hier Elektroschocks und Glutöfen.

Am letzten Wochenende wurde am Winterthurer Bahnhof eine junge Bulldogge in einem an der Sonne parkierten Auto quasi zu Tode geschmort. In diesem Fall liegt die Stadt für einmal gar nicht so fern von der Goldküste, wie man meinen möchte: Eine ähnliche Tragödie hätte sich hier, am sonnigen Seeufer, genauso gut ereignen können, das belegen die gestern veröffentlichten Zahlen der Stiftung Tier im Recht. Sie stellen manchen der hiesigen Hundehaltern ein schlechtes Zeugnis aus.

Zwar kam es hier im letzten Jahr nur zu zehn Verfahren wegen Tierquälerei - das sind weniger als im kantonalen Mittel -, aber in deren acht waren Hunde betroffen. Häufigstes Delikt: im Auto eingeschlossene Vierbeiner. Ein Mann etwa liess seine belgische Schäferhündin trotz grosser Hitze im Kofferraum seines Wagens zurück. Die Fenster waren geschlossen, die Luft konnte nicht zirkulieren, die Hündin hatte nichts zu trinken.

Auch anderen Tieren erging es nicht besser: In einem Fall musste ein Hund fast sieben Stunden in seiner bedrohlichen Lage ausharren. Gebüsst wurden die fehlbaren Hundehalter vom Meilemer Statthalter jeweils mit Bussen zwischen 400 und 500 Franken. Ihr Verhalten wurde als fahrlässig taxiert.

Schon ab 20 Grad wird es kritisch

«Den Hund im Sommer im Auto einzusperren, ist für uns eindeutig Tierquälerei», sagt Michelle Richner von Tier im Recht. Es sei der Stiftung ein Anliegen, dass solche Fälle künftig als Vergehen und nicht bloss als Übertretung geahndet würden. «Man muss dazu wissen, dass bereits eine halbe Stunde im Auto bei mehr als 20 Grad für einen Hund lebensgefährlich ist», erklärt sie. «Man müsste in solchen Fällen von einem Eventualvorsatz ausgehen, das würde eine härtere Bestrafung mit sich bringen.»

Ein Passant, der einen Hund in einer solch misslichen Lage beobachte, solle versuchen, den Hundehalter zu finden und zu warnen. Sollte das nicht möglich sein, verständige man am besten die Polizei. In absoluten Notfällen müsste man die Scheibe des Autos einschlagen, um das Tier zu retten, sagt Richner, weist aber darauf hin, dass dies nur als allerletzte Lösung in Frage komme.

Stromstösse für den «besten Freund»

Aber nicht nur im Auto mussten manche Hunde an der Goldküste leiden: Zwei Hundehalterinnen wurden dabei ertappt, wie sie ihr Haustier mit tierschutzwidrigen Elektrohalsbändern «erziehen» wollten. Eine andere Frau wurde wegen mangelhafter Haltung gebüsst. Sie hatte einen Welpen auf der Terrasse gehalten, wo sich dieser in den Geländerstäben verfing und deshalb von der Feuerwehr befreit werden musste.

Verfahren wegen Quälerei von Nutztieren gab es am rechten Seeufer dagegen kaum. Nur gerade ein einziger Fall kam in Meilen vor den Statthalter. Ein Mann, der sich nur nachlässig um sein krankes Schaf gekümmert hatte, wurde mit 400 Franken gebüsst.

Zürich verfolgt Tierquäler, Seite 17

Die jüngsten Verfahren wegen Tierquälerei zeigen: Manche Hunde im Bezirk Meilen sind zu bemitleiden.

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