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Von null auf zwölf Angestellte in zwei Monaten

Bei der Pfäffiker Firma My Swiss Chocolate kann der Kunde seine eigene Schokolade kreieren lassen. Zum Jahresende hin konnten Sven Beichler und Christian Phillippi die Tafeln nicht mehr allein herstellen. Zu gross war die Nachfrage.

Von Daniel Kopp Pfäffikon – Wie viele ihrer Schokoladen heuer unter den Christbäumen lagen, wissen Sven Beichler und Christian Phillippi nicht genau. Doch ihre Idee hatte Anklang gefunden. Unzählige Kunden liessen sich von zu Hause aus per Mausklick bei der Pfäffiker Jungfirma My Swiss Chocolate eine Tafel Schokolade kreieren. Sie wählten aus 3 verschiedenen Schokoladensorten, 12 unterschiedlichen Geschmacksnoten sowie über 120 Zutaten und liessen so ihr individuelles Weihnachtsgeschenk produzieren. Einen solchen Erfolg hätten sich die beiden Ustermer im April nicht träumen lassen. Bis 1000 Tafeln täglich Damals gründeten Sven Beichler und Christian Phillippi ihre Schokoladenmanufaktur My Swiss Chocolate, Angestellte beschäftigten sie keine. Die anfangs 30 bis 60 Tafeln pro Tag konnten sie bequem selber produzieren. Als ihr Bekanntheitsgrad zunahm und der Auftragseingang ab November rasant anstieg, stellten die Firmengründer auf einen Schlag 12 Mitarbeitende ein. 500 bis 1000 Tafeln Schokolade wurden danach täglich produziert – in zwei Schichten, von morgens um 6 Uhr bis abends um 10 Uhr. Auch die beiden Firmeninhaber packten mit an, denn die Produktion ist sehr arbeitsintensiv. Jede einzelne Tafel wird von Hand hergestellt. Zunächst müssen 100 Gramm Schokoladenmasse mit der vom Kunden gewünschten Geschmacksrichtung angereichert und in eine Form gegossen werden. Anschliessend wird die Schokoladentafel mit den gewünschten Zutaten belegt und den Bildern oder Schriftzügen dekoriert. Export in 37 Länder «Da wir alles von Hand machen, weisen die Tafeln im Gegensatz zu industriell gefertigten gewisse Unregelmässigkeiten auf», sagt Sven Beichler. Die Kunden störe dies nicht, sagt er, im Gegenteil, dies unterstreiche die Individualität ihres Produkts. 50 Prozent der Produktion werden mittlerweile ins Ausland verkauft. Das Unternehmen liefert in 37 Länder – Deutschland ist der grösste Abnehmer. Obwohl bereits global tätig, ist die Produktionsstätte im Pfäffiker Industriegebiet bescheiden dimensioniert. Lediglich 130 Quadratmeter stehen für Produktion, Lagerung, Büro- und Aufenthaltsraum zur Verfügung. Hightech-Maschinen sucht man vergebens. Dies könnte sich allerdings bald ändern. Der Erfolg hat Investoren auf die junge Firma aufmerksam werden lassen. Es habe schon konkrete Anfragen von interessierten Geldgebern gegeben, sagt Beichler. Bisher hätten sie keine Zeit gehabt, sich damit zu befassen, aber man werde die Anfragen prüfen. Dass sie nach Neujahr mehr Zeit haben, das hoffen die beiden Firmengründer. Das Geschäft mit den individuellen Schokoladentafeln sei nämlich stark saisonabhängig. Neben Weihnachten rechnen Beichler und Phillippi für den Valentinstag und für Ostern mit einem erhöhten Geschäftsvolumen. Weil dieser Umstand auch wirtschaftlich Flexibilität erfordert, erhielten die Mitarbeitenden zunächst Stundenverträge. Doch Beichler sagt: «Einige von ihnen werden feste Arbeitsverträge bekommen.» Sven Beichler (Mitte), Christian Phillippi (rechts) und ihr Team mit einigen von 200 Millionen Kreationen.Foto: P. Gutenberg

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