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Wasser im Keller – Erde und Geröll auf der Strasse

In der Nacht auf gestern fiel im Bezirk Horgen in kurzer Zeit sehr viel Regen. Es entstand grosser Schaden. Die Feuerwehren standen im Dauereinsatz.

Von Daniela Haag Um 5 Uhr morgens wurde die Feuerwehr Hirzel aufgeboten, weil ein Baum auf der Zugerstrasse nach Sihlbrugg lag und den Verkehr behinderte. «Als wir eintrafen, sahen wir, dass der ganze Hang rutschte», sagt der Hirzler Feuerwehrkommandant Werner Höhn. Die Feuerwehr sperrte die Strasse, damit keine Verkehrsteilnehmer zu Schaden kamen. Der steile Hang im Bereich der sogenannten Kronenkurve nahe Sihlbrugg ist ein instabiles Gelände, deshalb ist die Strasse mit einem Auffangnetz gesichert. Doch die rutschende Erdmasse drückte das Netz zu Boden und ergoss sich auf die Strasse. Es dürfte sich um rund 200 Kubikmeter Erde, Steine, Schlamm und Bäume handeln, sagt Höhn. Arbeiter transportierten gestern mit Bagger und Lastwagen das Erdmaterial von der Strasse weg. Weiterhin Erdrutschgefahr Am Vormittag analysierte ein Geologe den Hang. Er bemerkte, dass sich weitere rund 150 Kubikmeter Erde, die über einem Felsen liegen, lösen und auf die Strasse rutschen könnten. Um dies zu verhindern, wurde gestern eine Notmauer erstellt. Ein weiterer Erdrutsch ergoss sich auf die Chneusstrasse auf Zuger Kantonsgebiet. Die Verbindung von Hütten Richtung Menzingen musste ebenfalls gesperrt werden. Die Feuerwehr von Hütten und Schönenberg musste Kies wegwischen, welches auf andere Strassen gespült wurde. Und sie pumpte eine Reithalle aus, in die Wasser eingedrungen war, wie der Feuerwehrkommandant von Hütten und Schönenberg, Peter Rusterholz, sagt.Starker Regen fiel zwar in der ganzen Region. Besonders betroffen von sintflutartigen Regengüssen war jedoch der obere Teil des Bezirks Horgen. Die Feuerwehren von Wädenswil und Richterswil mussten zu zahlreichen Schäden ausrücken. Alleine die Feuerwehr Richterswil stand während fünf Stunden mit 30 Leuten im Einsatz, wie der Kommandant Karl Rusterholz sagt. Die Feuerwehr Richterswil musste an die Glärnischstrasse ausrücken, wo die Sickerleitung die Wassermenge nicht aufnehmen konnte. Das Wasser spülte die Kanalisationsdeckel fort, es ergoss sich auf die Strasse und in eine Wiese. An der Mühlebachstrasse füllte der Regen eine Baugrube. Dieser «See» überlief, und das Wasser floss in mehrere neu erstellte Wohnungen. Noch in der Nacht wurde eine Baufirma aufgeboten. Mit Baggern erstellten die Arbeiter eine Verbindung vom «Baggersee» zum Mühlebach, damit das Stauwasser abfliessen konnte. Auch in einer Baugrube an der Fuchsbergstrasse sammelte sich Wasser an, welches in Keller eindrang. Cindy’s musste schliessen Die Feuerwehr Wädenswil wurde zu über einem Dutzend Einsatzorten gerufen, wie Kommandant Martin Rusterholz sagt. Seine Feuerwehrleute mussten zu einer verstopften Kanalisation ausrücken sowie Wasser aus Kellern und Liftschächten pumpen. Überflutet war auch die Autobahnraststätte Cindy’s Diner in Herrlisberg (Richtung Chur). Bereits um 22 Uhr drang der Regen durch das Dach in den Gastraum, um 23 Uhr stand das Lokal unter Wasser. Die Feuerwehr stand die ganze Nacht im Einsatz. Gestern stellte das Lokal den Betrieb ein. Es wurde aufgeräumt, und die elektrischen Installationen wurden instandgestellt. In den Bächen, Flüssen und Seen stieg das Wasser stark an. Es trat an verschiedenen Orten über die Ufer und überspülte Wege und Wiesen. Die Sihl führte so viel Wasser, dass in Adliswil die Personenunterführung bei der Wachtbrücke geschlossen werden musste. Weil in kurzer Zeit sehr viel Wasser fiel, bildeten sich auf Wiesen und Matten künstliche Seen. Die Zugerstrasse bei Sihlbrugg wurde nach dem Erdrutsch gesperrt. Foto: Manuela Matt

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