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Weisshaupt kämpft weiter um ihre Olympiateilnahme

Nach der Nicht-Selektion für die WM pausiert die Zürcher Ruderin Pamela Weisshaupt. Ans Aufhören denkt sie aber nicht, dafür an London 2012. Ihr Ehrgeiz ist ungebrochen.

Von Kai Müller Das Urteil war ehrlich, aber vernichtend: «Der leichte Doppelzweier war schlichtweg zu langsam.» Es waren die Worte von Christian Stofer. Mit diesem Satz brachte der Direktor von Swiss Rowing auf den Punkt, weshalb das Boot mit der Eggerin Pamela Weisshaupt und der Zofingerin Olivia Wyss nicht für die EM und die WM berücksichtigt wurde (TA vom 15. Juli). Wyss verabschiedete sich kurz darauf in die Ferien, Weisshaupt entzog sich der Öffentlichkeit, brauchte Abstand, bat um Verständnis. «Die Saison ist nicht so verlaufen, wie ich mir das vorgestellt habe. Das machte mir zu schaffen, zumal Rudern meine Leidenschaft ist», sagt sie nun. Dass sie als amtierende Weltmeisterin im leichten Skiff Anfang November in Neuseeland nicht mal ihren Titel wird verteidigen können, ist eine weitere Enttäuschung. Der Verband setzt ausschliesslich auf die olympischen Bootsklassen. «Es ist hart, überhaupt nicht dabei zu sein. Aber ich habe mich für den Doppelzweier entschieden, deshalb war die Titelverteidigung ohnehin kein Thema.» Während das Schweizer WM-Team im ersten Vorbereitungstrainingslager weilt, gönnt sich die 31-Jährige vom SC Küsnacht eine «längere Verschnaufpause», wie sie es nennt. Abschalten und sich sammeln. Ein Rücktritt stand trotz des Rückschlags nie zur Diskussion. «Im Gegenteil», sagt sie. «Ich habe nicht das Gefühl, dass meine Zeit abgelaufen ist. Solange das so bleibt, werde ich weiterrudern.» Knappe Vorbereitungszeit Weisshaupt kann den Verbandsentscheid nachvollziehen: «Wir haben es am Weltcup auf dem Rotsee nicht in die Top 10 geschafft und damit die Selektionskriterien nicht erfüllt.» Sie sagt aber auch: «Ich hätte mir gewünscht, dass das Projekt ohne Unterbruch weitergeführt worden wäre und wir die EM im September als wertvolles Training hätten nutzen können.» Denn für die Zürcherin ist die kurze Angewöhnungszeit mit ein Grund für das Scheitern. «Das Boot wurde erst im April zusammengestellt. Wir hatten also gerade mal drei Wochen, um uns gemeinsam auf die erste Weltcup-Regatta vorzubereiten.» Die ganze Weltcup-Saison mit eingerechnet, seien Wyss und sie nur neun Wochen ein Team gewesen. Nichtsdestotrotz: Die Kombination Weisshaupt/Wyss, also jene der beiden besten Einzelathletinnen im Leichtgewicht, dürfte der Vergangenheit angehören. Wie sagte doch Verbandsdirektor Stofer: «Diese Konstellation hat keine Zukunft.» Die Weltmeisterin von 2008 und 2009 im leichten Skiff sieht es nicht so endgültig: «Die jetzige Auflösung scheint mir noch nicht definitiv zu sein. Vielleicht brauchen Olivia und ich einfach mehr Zeit, um besser zu harmonieren.» Weisshaupt gibt sich aber nicht der Illusion hin, dass die stärksten Einzelathletinnen automatisch den schnellsten Doppelzweier bilden. «Es spielen so viele Komponenten mit, damit ein Boot gedeihen kann.» Nach der Trennung des Duos beginnt das Auswahlverfahren von vorn, die Selektion des neuen Zweierteams wird wiederum nach den Verbands-Trials im Frühling 2011 erfolgen. Trotz Vorteilen gegenüber den Mitstreiterinnen weiss Weisshaupt nach den Erfahrungen der letzten Monate, dass für sie kein Fixplatz im Boot reserviert ist. Wen sie anstelle von Wyss als Partnerin bevorzugen würde, lässt sie sich denn auch nicht entlocken. «Wichtig ist, dass wir den schnellsten Zweier finden und dieser dann entsprechend gefördert wird.» Schritt für Schritt nach London Nach der Pause wird Weisshaupt mit dem Aufbau für die neue Saison beginnen. Im September steht der Silver Skiff auf dem Po in Turin an, im Oktober warten Kadertrainings und der Armadacup in Bern. Zu weit in die Zukunft mag sie noch nicht blicken: «Eines meiner Erfolgsrezepte ist, immer alles Schritt für Schritt zu nehmen.» Sie macht jedoch keinen Hehl daraus, dass ihr grosses Ziel nach wie vor London 2012 ist. Dreimal hat Weisshaupt die Olympischen Spiele in ihrer Karriere verpasst. Umso mehr lodert das Feuer in ihr, der Wunsch, einmal am wichtigsten Sportanlass der Welt dabei zu sein. «Vielleicht brauchen wir einfach mehr Zeit.» Pamela Weisshaupt (r.) erachtet die Konstellation mit Olivia Wyss nicht als endgültig gescheitert. Foto: Adam Nurkiewicz (EQ Images)

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