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Wer Missstände aufdeckt, fliegt meist

Von «Meier 19» bis Rudolf Hafner: Wer Missstände publik macht, verliert meist seinen Job – öffentliches Interesse hin oder her.

Wer öffentlich auf Missstände am Arbeitsplatz aufmerksam macht, weil er intern damit nicht durchgedrungen ist, kommt oft flach heraus: So wurden die beiden Controllerinnen des Zürcher Sozialamts, welche Missbrauchsfälle publik gemacht hatten, fristlos entlassen (siehe Text links). Ähnlich erging es dem ersten bekannten «Whistleblower» (zu Deutsch: Verpfeifer) der Schweiz:, Der Polizist «Meier 19» deckte in den 1960er-Jahren auf, dass Wohlhabende bei der Zürcher Polizei eine Vorzugsbehandlung erhielten. Die Folge: «Meier 19» wurde gefeuert. Dasselbe droht aktuell dem Zürcher Fahnder Fredi Hafner, der den Fall des früheren Armeechefs Roland Nef ins Rollen gebracht haben soll. Von selbst gekündigt hatte der berühmteste «Whistleblower» der Berner Geschichte: Als kleiner Beamter der Finanzkontrolle liess Rudolf Hafner 1984 den Finanzskandal explodieren – Regierungsräte hatten sich Vergnügungsreisli und Abstimmungskampagnen mit Lotteriegeldern finanziert. Als Retourkutsche war Rudolf Hafner vom Regierungsrat landesweit zur Verhaftung ausgeschrieben worden. Auf eidgenössischer Ebene gibt es von linker Seite Bestrebungen, «Whistleblower» besser zu schützen. In einem diesen März eingereichten Vorstoss fordert FDP-Stadtrat Philippe Müller für die Verwaltung der Stadt Bern dasselbe. Der Gemeinderat lehnt dies ab mit der Begründung, dass das geltende Recht genug Schutz biete: «Whistleblower» könnten sich an die städtische Ombudsstelle wenden. Ein Blick in die Privatwirtschaft zeigt aber, dass die meisten Firmen, welche solche Meldestellen haben – etwa ABB, Credit Suisse oder die Swisscom – diese extern eingerichtet haben.azu >

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