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Wie gut sind unsere Spitäler?Wie gut sind unsere Spitäler? Bericht bringt keine Transparenz

Zürich hat als erster Kanton mit Qualitätsmessungen begonnen. Die Resultate hält man aber bis heute weitgehend geheim.

Von Susanne Anderegg Zürich – Auf 23 dicht beschriebenen Seiten hat der Regierungsrat aufgelistet, was im Kanton Zürich und in der Schweiz alles gemacht wird, um die Qualität der Spitäler zu prüfen und sicherzustellen. Anlass für die Bestandesaufnahme war ein Postulat aus dem Kantonsrat. Oskar Denzler (FDP, Winterthur), Theresia Weber (SVP, Uetikon) und Regine Sauter (FDP, Zürich) hatten ein einheitliches Qualitätssicherungssystem für die Zürcher Spitäler und Kliniken verlangt und eine Veröffentlichung der Ergebnisse gefordert. Das war im September 2007. Im Dezember 2009 legte der Regierungsrat seinen Bericht vor, gestern hat nun das Parlament darüber diskutiert. Erika Ziltener (SP, Zürich), von Beruf Präsidentin der Patientenstellen, ist sozusagen die Stimme der Patienten im Kantonsrat. Vertrauen sei das Wichtigste in der Beziehung zwischen Arzt und Patient, sagte sie, doch nach wie vor mangle es an Transparenz. «Die Patienten wissen nicht, was sie in einem Spital erwartet.» Werden sie vor Strahlen geschützt? Arbeiten die Chirurgen mit Checklisten? Was unternimmt das Spital gegen Infektionen? Solche konkreten Massnahmen seien wichtig, so Ziltener. Apotheker Lorenz Schmid (CVP, Männedorf) zog ein vernichtendes Fazit: «Es herrscht Chaos im Schweizer Qualitätswesen.» Der Bericht zeige auf, dass zwar vieles gemacht, aber wenig koordiniert werde. Der Kanton Zürich ist ein Pionier: Er hat schon vor zehn Jahren mit Qualitätsmessungen in den Spitälern begonnen. Zu diesem Zweck hat er mit den Krankenkassen und den Spitälern den Verein Outcome gegründet, der mittlerweile auch in andern Kantonen tätig ist. Ebenfalls eine Vorreiterrolle hat die Stiftung für Patientensicherheit, die etwa ein nationales Fehlermeldesystem betreibt. Nach und nach sind dann weitere Organisationen aktiv geworden. Der Spitalverband H+ hat ein Vierpunkteprogramm aufgestellt, die Ärztevereinigung FMH verfasste ein Grundlagenpapier, und das Bundesamt für Gesundheit veröffentlichte Mortalitätszahlen – und erntete dafür harsche Kritik der Spitäler. Nackte Zahlen, so deren Einwand, seien wenig aussagekräftig. Auch der Zürcher Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) findet es nicht sinnvoll, Mortalitätsstatistiken oder gar Ranglisten zu veröffentlichen. Die Qualität eines Spitals auf eine einzige Kennzahl zu reduzieren, sei nicht möglich, entgegnete er auf die Forderungen aus dem Rat nach mehr Transparenz. Betreffend den Wirrwarr an Konzepten kündigte Heiniger eine baldige Besserung an: Seit kurzem gibt es einen nationalen Verein zur Qualitätsentwicklung, der landesweit einheitliche Messungen organisieren wird. Der Start ist für Mitte Jahr geplant. Gemessen werden sollen Infektionen, Rehospitalisationen, Stürze, Fälle von Wundliegen und die Zufriedenheit der Patienten.

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