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«Wir können punkto Qualität mithalten»

Die Mediensprecherin der Stiftung Max Havelaar hofft, dank dem Wädenswiler Test den Ruf des fair gehandelten Kaffees zu verbessern.

Viele Konsumenten scheuen Max-Havelaar-Kafeak++Die Mediensprecherin der Stiftung Max Havelaar hofft, dank dem Wädenswiler Test den Ruf des fair gehandelten Kaffees zu verbessern. Mit Regula Weber sprach Liliane Minor Max Havelaar finanziert den Kaffee-Test der Hochschule Wädenswil mit. Was versprechen Sie sich davon? Gegen Kaffee mit Max-Havelaar-Label haben viele Leute Vorurteile. Wahrscheinlich ist das zum Teil ein Relikt aus den Anfangszeiten. Fair gehandelter Kaffee war vor 19 Jahren das erste Max-Havelaar-Produkt, und dieser Kaffee war aus heutiger Sicht wohl wirklich nicht gut. Damals mussten sich die Konsumenten zwischen gutem oder fair gehandeltem Kaffee entscheiden. Ein zweites Problem ist, dass die Leute Max Havelaar für eine Marke halten. Wenn ihnen einer dieser Kaffees einmal nicht geschmeckt hat, kaufen sie keinen Fairtrade-Kaffee mehr. Wir hoffen, dank des Tests zeigen zu können, dass es über 60 Kaffees mit dem Max-Havelaar-Label in ganz unterschiedlichen Qualitäten gibt. Liegt das Problem nicht viel mehr darin, dass viel zu wenig grosse Marken fairen Kaffee anbieten? Bei meinem Grossverteiler erhalte ich Dutzende Kaffees, aber nur drei tragen das Max-Havelaar-Label. Und zwei davon sind Eigenmarken. Ja, das spielt wohl auch eine Rolle. Obwohl, die Leute könnten ihren Kaffee ja auch im Internet bestellen. Allerdings richtet sich unser Projekt nicht nur an Privathaushalte, sondern auch an die Gastronomie. Fast alle grossen Röstereien bieten heute einen fair gehandelten Kaffee an und der Fairtrade-Anteil wächst, aber der grosse Durchbruch ist noch nicht gelungen. Immerhin bietet Starbucks konsequent Max Havelaar-Kaffee an. Das hilft sicher. Es zeigt, dass Fairtrade punkto Liefermengen und Qualität mit dem konventionellen Kaffee mithalten kann. Warum wenden Sie sich nicht nur an Privathaushalte? Der Markt dort sich eine schwierige Sache. Wachsen kann man fast nur noch mit Kapsel-Kaffee oder mit Marken. Es gibt zwar vereinzelt Fairtrade-Kapseln im Handel. Aber leider bisher nicht vom Marktführer. Generell scheinen viele grossen Marken nicht auf Max-Havelaar zu setzen. Warum nicht? Es gibt Firmen, die arbeiten grundsätzlich nicht mit Labels zusammen. Aber da geht’s weniger um die Qualität und um die möglichen Liefermengen. Vielmehr ist das eine Frage der Firmenphilosophie, will heissen: Brauche ich als Firma ein Label, um beispielsweise zu zeigen, dass ich nachhaltig produziere? Mit Regula Weber sprach Liliane Minor Max Havelaar finanziert den Kaffeetest der Hochschule Wädenswil mit. Was versprechen Sie sich davon? Gegen Kaffee mit dem Max-Havelaar-Label haben viele Leute Vorurteile. Wahrscheinlich ist das zum Teil ein Relikt aus den Anfangszeiten. Fair gehandelter Kaffee war vor 19 Jahren das erste Max-Havelaar-Produkt, und dieser Kaffee war aus heutiger Sicht wohl wirklich nicht gut. Damals mussten sich die Konsumenten zwischen gutem oder fair gehandeltem Kaffee entscheiden. Ein zweites Problem ist, dass die Leute Max Havelaar für eine Marke halten. Wenn ihnen einer dieser Kaffees einmal nicht geschmeckt hat, kaufen sie keinen Fairtrade-Kaffee mehr. Wir hoffen, dank des Tests zeigen zu können, dass es über 60 Kaffees mit dem Max-Havelaar-Label in ganz unterschiedlichen Qualitäten gibt. Liegt das Problem nicht vielmehr darin, dass viel zu wenig grosse Marken fairen Kaffee anbieten? Bei meinem Grossverteiler erhalte ich Dutzende Kaffees, aber nur drei tragen das Max-Havelaar-Label. Und zwei davon sind Eigenmarken. Ja, das spielt wohl auch eine Rolle. Obwohl, die Leute könnten ihren Kaffee ja auch bequem im Internet bestellen. Allerdings richtet sich unser Projekt nicht nur an Privathaushalte, sondern auch an die Gastronomie. Fast alle grossen Röstereien bieten heute einen fair gehandelten Kaffee an, und der Fairtrade-Anteil wächst, aber der grosse Durchbruch ist noch nicht gelungen. Immerhin verkauft Starbucks konsequent Max-Havelaar-Kaffee. Das hilft sicher. Es zeigt, dass Fairtrade punkto Menge und Qualität mit konventionellem Kaffee mithalten kann. Warum wenden Sie sich nicht nur an Privathaushalte? Der Markt dort ist eine schwierige Sache. Wachsen kann man fast nur noch mit Kapselkaffee oder mit Marken. Es gibt zwar vereinzelt Fairtrade-Kapseln im Handel. Aber leider bisher nicht vom Marktführer. Generell scheinen viele grosse Marken nicht auf Max Havelaar zu setzen. Warum nicht? Es gibt Firmen, die arbeiten grundsätzlich nicht mit Labels zusammen. Aber da geht es weniger um die Qualität und um die möglichen Liefermengen. Vielmehr ist das eine Frage der Firmenphilosophie, will heissen: Brauche ich als Firma ein Label, um beispielsweise zu zeigen, dass ich nachhaltig produziere? Regula Weber Sie betreut die Pressestelle der Stiftung Max Havelaar. Die Stiftung zeichnet fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Bananenund Schokolade mit einem Gütesiegel aus.

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