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Zumikon ist auch ohne Landwirte eine Milchkuh

Zumikon – Das Dorf am Chapf war einst landwirtschaftlich geprägt. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war Zumikon lediglich eine lose Ansammlung von Bauernhäusern, und ausser ein bisschen Heimindustrie in der Seidenweberei gab es im Dorf nur die Landwirtschaft. Heute ist davon nicht mehr viel zu sehen. Im Gegenteil: Zumikon ist wohl jene Gemeinde im Bezirk Meilen, die am stärksten ihre bäuerliche Vergangenheit verloren hat. Nur noch einen Bauernhof gibt es heute im Dorf, jenen von Walter Senn. Zumikon hält damit den Negativrekord im Bezirk, waren es doch gemäss der landwirtschaftlichen Betriebszählung von 2008 in Hombrechtikon noch 48 Höfe, in Meilen 26, in Küsnacht und Stäfa je 18, in Oetwil 16 und in Herrliberg 13. Die Nostalgiker unter den Zumikern wären wohl selbst mit den bescheidenen Zahlen zufrieden, welche die übrigen Gemeinden in der Umgebung bei der letzten Zählung vorzuweisen hatten: Uetikon und Männedorf verzeichneten 2008 noch 6 beziehungsweise 7 Höfe, Erlenbach brachte es auf 3 und Zollikon immerhin auf 4 Betriebe. So viele Bauernhöfe wie die Nachbargemeinde Zollikon hatte Zumikon 1985 noch gehabt. Gemäss Statistik hat seither auch die landwirtschaftliche Nutzfläche rasant abgenommen. 52 Hektaren betrug sie vor 25 Jahren, heute sind es noch gut 20 Hektaren. Einst ein Armenhaus Manche alteingesessene Zumiker mögen diese Entwicklung bedauern – doch dürfen sie dabei nicht vergessen, dass sich ihr Heimatdorf dank seiner guten Lage vom Armenhaus zu einer äusserst begehrten Wohngemeinde mit guten Steuerzahlern gemausert hat. Im übertragenen Sinn ist die finanzstarke Gemeinde dem Bäuerlichen sogar treu geblieben: Sie ist heute eine der besten Milchkühe, die sich der Kanton für den Finanzausgleich hält. (miw) Das Haus des letzten Bauern im Dorf am Chapf. Foto: Daniel Kellenberger

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