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Kirche will ihr Land versilbern

Zwei Landstücke hinter der Kapelle Samstagern sollen umgezont werden, fordert Initiant Karl Thoma. Er sitzt im Stiftungsrat der katholischen Kirche.

Die Katholische Kirchgemeinde braucht Geld. Denn nächstes Jahr steht ein Bauprojekt an. Die Kapelle an der Bergstrasse in Samstagern wird neu gebaut.

Im April hat Karl Thoma eine Einzelinitiative eingereicht. Darin fordert der Samstagerer, dass die Gemeinde im Walder zwei Parzellen von der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen in die zweigeschossige Wohnzone umzont. Die Wiese wird von einem Bauer aus der Umgebung bewirtschaftet. Die kleinere Parzelle (1703 Quadratmeter) unmittelbar hinter der Kapelle gehört der Katholischen Kirchgemeinde, die grössere Parzelle (3100 Quadratmeter) der Politischen Gemeinde. «Von dieser Umzonung würden Kirche und Gemeinde profitieren», sagt Thoma. Seine Initiative wird den Richterswiler Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern am 9. September zur Abstimmung vorgelegt.

Gemeinderat lehnt Initiative ab

Der Gemeinderat ist gar nicht begeistert vom Vorschlag Thomas. Er hat die Initiative für gültig erklärt, empfiehlt aber, sie abzulehnen. «Es ist unsere letzte Landreserve in Samstagern, die wir nicht aus der Hand geben wollen», sagt der neue Gemeindepräsident Hans Jörg Huber (FDP). Zudem sei noch nicht klar, ob der Kanton einer Umzonung überhaupt zustimmen würde. Huber habe aber Verständnis für den Vorschlag, auch in Zusammenhang mit dem aktuellen Bauprojekt.

Schon im nächsten Frühjahr will die Katholische Kirchenstiftung Richterswil-Samstagern mit dem Bau der geplanten Kapelle beginnen. Die jetzige Kapelle, laut Thoma vor 60 Jahren nur als Ersatzbau gedacht, soll abgerissen werden. Zusätzlich entsteht ein Mehrzweckraum, wie Karl Thoma verrät. Thoma sitzt im Stiftungsrat der katholischen Kirche, zudem war er 16 Jahre lang deren Präsident. Thoma weiss auch, dass die Kirche das Land hinter der Kapelle nicht mehr brauchen wird. Vor rund zwanzig Jahren habe die Kirchgemeinde darauf Parkplätze geplant.

Karl Thoma, auch Vorstandsmitglied der CVP, betont, dass er die Initiative als Privatperson und nicht als Stiftungsrat eingereicht habe. Trotzdem wird es an der Gemeindeversammlung im Herbst zu einem Kräftemessen zwischen den Interessen der Katholischen Kirchgemeinde und der Politischen Gemeinde kommen.

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