Zum Hauptinhalt springen

Elgg, das geplagte Dorf

Mutmasslicher Brudermord, Brandserie, Banküberfälle – die Zürcher Gemeinde Elgg kommt nicht zur Ruhe. Liegt ein Fluch über den so idyllisch anmutenden Dächern?

Öfter in den Schlagzeilen als jedes andere Dorf: Das zürcherische Elgg an der Kantonsgrenze zum Thurgau.
Öfter in den Schlagzeilen als jedes andere Dorf: Das zürcherische Elgg an der Kantonsgrenze zum Thurgau.
Walter Bieri, Keystone

Wiesen, Felder, Höfe, ein malerisches Dorf, der Kirchturm überragt die Dächer, darüber thront ein Schloss. Eine ländliche Idylle – müsste man meinen. In Elgg passieren mehr Dinge, die Schlagzeilen machen als in jedem anderen Zürcher Dorf. «Brudermord», «Brandserie», «Banküberfall», lauteten Schlagzeilen in den letzten Wochen und Monaten, die mit Elgg in Verbindung gebracht werden. Liegt ein Fluch über der Gemeinde? Der grünliberale Kantonsrat und Gemeindepräsident Christoph Ziegler winkt ab: «Das sind drei ganz verschiedene Ereignisse, die in keinem Zusammenhang stehen, ausser dass sie alle in Elgg stattgefunden haben.»

Der Brand eines Elgger Wohnhauses Anfang Februar weckte Erinnerungen an den Feuerteufel, der zwischen Februar 2011 und Januar 2012 insgesamt 19 Brände gelegt hatte. Der Täter war ein Elgger Feuerwehrmann, der aufgrund von DNA-Spuren überführt werden konnte. Beim jüngsten Feuer konnte der Brandermittlungsdienst der Kantonspolizei Zürich keinen Hinweis auf Brandstiftung finden.

Zwei Banküberfälle in elf Monaten

Der Banküberfall vom Mittwoch ist für den Gemeindepräsidenten «ein gewöhnlicher krimineller Vorfall». Der junge Täter, der mit einem BMX-Fahrrad und mehreren Tausend Franken Beute geflüchtet ist, konnte noch nicht gefasst werden. Schon vor elf Monaten wurde dieselbe Bank überfallen. «Auch das halte ich für einen Zufall.»

Vor einer Woche soll ein 16-jähriger Elgger seinen 22-jährigen Bruder getötet haben. Besonders der Brudermord beschäftige die Einwohner. Elgg sei eine lebendige Gemeinde mit einem aktiven Dorfleben, Vereinen, Plätzen, Läden und Beizen. Man rede miteinander. «Natürlich gibt es Mutmassungen, aber niemand weiss etwas Genaues, und es gibt viele Fragen. Dieses Ereignis geht allen im Dorf sehr nahe.»

Wieder nach vorne schauen

Dass in der jüngsten Vergangenheit in seiner Gemeinde so viel passiert ist, kann er sich auch nicht erklären. «Ich halte das für eine zufällige Häufung von Ereignissen. Wenn Sie so wollen, ein statistischer Ausreisser.»

Er hofft, dass seitens der Polizei bald informiert wird, damit wieder Ruhe ins Dorf einkehre. Als Vertreter der Gemeinde könne er in der Sache nichts tun, ausser abwarten. «Der Faktor Zeit ist wichtig. Wir wollen wieder nach vorne schauen.» In der Richtung gebe es viel zu sehen: «Springkonkurrenz, Sommerfest, das Jubiläum der Äschli-Gesellschaft und 2014 ein grosses Mittelalterspektakel.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch