Zum Hauptinhalt springen

Hochwassergefahr entschärft

Die Lage am Brienzersee und in der Stadt Bern hat sich trotz neuen Gewittern stabilisiert. In Zürich war die Nacht ruhiger als erwartet. In einigen Kantonen hielten Notrufe jedoch die Behörden auf Trab.

Braun aber in den vorgesehenen Bahnen: Die Aare am 6. Juli 2012.
Braun aber in den vorgesehenen Bahnen: Die Aare am 6. Juli 2012.
Christian Häderli
Das Gewitter vom 5. Juli 2012 liess den Aarepegel in der Stadt Bern nur kurze Zeit ansteigen.
Das Gewitter vom 5. Juli 2012 liess den Aarepegel in der Stadt Bern nur kurze Zeit ansteigen.
Keystone
Eine breite Aare weist den Weg zum Bundeshaus. (Mittwoch, 4. Juli)
Eine breite Aare weist den Weg zum Bundeshaus. (Mittwoch, 4. Juli)
Rämi, Leserreporter
1 / 38

Trotz der Gewitter mit starken Niederschlägen in der Nacht auf heute spricht das Bundesamt für Umwelt (Bafu) von einer Beruhigung der Hochwasserlage. Für den Brienzersee gilt neu nur noch die Gefahrenstufe 2 (mässige Gefahr). In den letzten 24 Stunden ist der Pegel des Brienzersees weiter gesunken. Er befindet sich nun unterhalb der Gefahrenstufe 3 (erhebliche Gefahr).

Silvia Morf, Hydrologin vom Bafu, sagte am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur sda, dass zudem die Gefahrenstufe 2 für die Emme und die Kleine Emme aufgehoben wurde. «Die Niederschläge werden in den nächsten Stunden abnehmen, für Samstag und Sonntag rechnen wir mit einer weiteren Entspannung», sagte Morf.

Die angespannte Lage der letzten Tage ist laut Morf nicht mit der Hochwassersituation im Jahr 2005 zu vergleichen. Damals habe eine andere Wetterlage geherrscht. «Dieses Mal waren es vor allem Gewitter.»

Lage in der Stadt Bern stabil

Trotz des Gewitters in der Nacht auf Freitag hat sich die Hochwassergefahr in den Stadtberner Aarequartieren nicht verschärft. Die Situation präsentiert sich nach wie vor stabil. Weil die weitere Entwicklung der Situation aber ungewiss sei, blieben die Sperren trotzdem in Betrieb, sagte Stephan Lüthi, Sprecher der Berufsfeuerwehr der Stadt Bern. Aus dem gleichen Grund bleibt derweil das Mattequartier für den Verkehr gesperrt.

In Bern führte die Aare am frühen Freitagmorgen etwa 330 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, doch gegen Mittag sank dieser Wert wieder ab. Kritisch für die Stadtberner Quartiere an der Aare sind Werte über 400 Kubikmeter. Das Gewitter am Mittwoch im Raum Thun habe eine stärkere Intensität gehabt als die Niederschläge in der Region Bern in der vergangenen Nacht, erklärte Morf.

Ruhige Nacht in Zürich

Die Gewitter waren im Kanton Zürich kurz – und weniger heftig als befürchtet. Die Zürcher Rettungskräfte hatten eine ruhige Nacht. Das bestätigt Urs Eberle, Leiter Kommunikation von Schutz und Rettung Zürich: «Es gingen weder Schadensmeldungen noch sonstige Notrufe wegen des Unwetters ein.»

Seine Mitarbeiter wussten zwar, dass Meteo Schweiz Unwetter prognostiziert hatte, sie sassen die Nacht deswegen aber nicht auf dem Posten ab. «Für derartige Notfälle haben wir ein Alarmsystem mit Pagern. Das hat sich bewährt.»

Hausen am Albis stark betroffen

Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie Meteo Schweiz hatte am Donnerstag für die gesamte Deutschschweiz eine Unwetterwarnung der Stufe 3 herausgegeben. Sie galt bis Freitagmorgen 10 Uhr.

Am Donnerstag um 17:25 Uhr registrierte Meteocentrale dann ein Unwetter der Stufe Rot mit Schwerpunkt im Bereich Hausen am Albis ZH. Es kam laut Meteocentrale aus Südwest und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 29 km/h in nordöstliche Richtung. Die Blitzaktivität sei hoch gewesen. Sturmböen gab es laut Meteo Schweiz auch in der Zentralschweiz.

Notrufe in Basel-Land und im Appenzellerland

Im Kanton Basel-Land gingen nach Gewittern bis um 2 Uhr am Freitagmorgen 40 Notrufe wegen überschwemmten Räumen ein, wie die Polizei mitteilte. Betroffen waren vor allem Gemeinden im Oberen Baselbiet. In Giebenbach BL trat der Violenbach über die Ufer und sorgte für Schäden an Wohnhäusern.

Heftige Regenfälle mit bis zu 60 Litern Wasser pro Quadratmeter haben am Donnerstagabend im Appenzeller Mittelland zu Schäden an Gebäuden und Fahrzeugen geführt, wie die Ausserrhoder Kantonspolizei mitteilte. Verletzt wurde niemand.

Zwischen 19 und 20 Uhr gingen bei der kantonalen Notrufzentrale rund 20 Meldungen ein, wonach Keller überflutet worden waren oder Wasser in Gebäude eingedrungen war. Am ärgsten betroffen waren die Gemeinden Trogen, Bühler und Gais. Im Gebiet Strahlholz in der Gemeinde Bühler wurde ein abgestelltes Auto von den Wassermassen in den Rotbach gerissen. Das Wrack konnte mehrere hundert Meter bachabwärts mit einem Kran geborgen werden.

Probleme auf Autobahnen

In Arisdorf BL kam es zu Problemen auf der A2, wo grosse Wassermengen auf die Fahrbahn liefen. Auch andere Landesteile waren betroffen: Am Donnerstagabend waren auch das Simplongebiet und in der Nacht die Westschweiz mit grossen Niederschlagsmengen eingedeckt worden.

Eine weitere Gewitter- und Niederschlagsfront war am Donnerstagabend über das Simplongebiet und in der Nacht über die Westschweiz gezogen.

Senden Sie uns Ihr Gewitterbild, -video oder weitere Informationen zum erwarteten Unwetter per MMS an 4488.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch