Zum Hauptinhalt springen

1000 Rocker donnern durch Zürich

Einer der bekanntesten Zürcher Hells Angels ist seinem Krebsleiden erlegen. Heute Mittwoch begleiteten ihn seine Kollegen auf einer letzten Fahrt durch die Langstrasse.

Die Luft über dem Helvetiaplatz zitterte vom Knattern von rund 600 Harleys. Sie gehören Hells Angels und Mitgliedern zahlreicher anderer Motorradclubs, die zur Beerdigung eines der ihren angereist waren. Toni B., gehörte seit 22 Jahren dem Zürcher Chapter des Motorradklubs an und verstarb kürzlich an Krebs.

Gemeinsam donnerten die Biker kurz nach 14 Uhr durch die gesperrte Langstrasse und anschliessend weiter Richtung Zürich Nord. Die Motorradparade endet am Friedhof Nordheim, wo Toni B. beigesetzt wurde. Laut Stadtpolizei verlief der Trauerzug in geordneten Bahnen. Allerdings kam es zu kleineren Verkehrsbehinderungen.

Die Lederjacken der Rocker verrieten ihre Herkunft. Sie reisten aus Norddeutschland und Österreich an, und laut «Blick am Abend» meldeten sich selbst Gäste aus Kanada oder Australien an. «Das ist das grösste Hells-Treffen, das wir in der Schweiz je hatten», liess sich der Bruder des Verstorbenen zitieren. Die trauernden Rocker würden «Gürtelschnallen, Briefe und andere Symbole» in den Sarg legen.

Behörden warfen ihm kriminelle Machenschaften vor

Zu Boulevard-Berühmtheit brachte es «Toni 81», wie er in Rockerkreisen genannt wurde, weil die Bundesstaatsanwaltschaft bis zu seinem Tod an einem Verfahren festhielt. Die Behörden warfen ihm und seinen Klubkollegen die Bildung einer kriminellen Organisation vor. Die Ermittlungen verliefen weitgehend erfolglos, und wegen seiner Krebserkrankung stand schon länger fest, dass Toni B. sich kaum je vor einem Gericht verantworten konnte.

In einem Brief an die Staatsanwältin, der vom «Blick» veröffentlicht wurde, forderte der Todkranke die Einstellung des Verfahrens. «Ich verlange kein Mitleid noch Mitgefühl für mein elendiges Abkratzen. Ich erbitte mir auch keinen Gnadenakt. Das ist nicht der Stil der Hells Angels. Ich verlange ganz einfach mein Recht auf einen würdigen Tod.» Besonders wichtig war Toni B. anscheinend seine Harley, die von der Polizei bei einer Grossrazzia beschlagnahmt wurde. Sein Motorrad bekam der Rocker bis zum Ende nicht mehr zurück.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch