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Walter Wäschle bringt die Duplexarena auf dem Hardturm wieder ins Spiel

In einem offenen Brief wirbt die reaktivierte IG Pro Duplexarena für ein Hardturmstadion, in dem Fussball und Eishockey gespielt werden. Der ZSC zeigt sich irritiert.

Der Hardturm sei der richtige Ort für die Duplexarena, findet die IG Pro Duplexarena. Visualisierung: Atelier WW
Der Hardturm sei der richtige Ort für die Duplexarena, findet die IG Pro Duplexarena. Visualisierung: Atelier WW

Zürich – Die Pläne für das UFO-förmige Gebilde existieren seit rund sechs Jahren. Gelandet ist es nie in Zürich. Die Rede ist von der Duplexarena, der Vision Walter Wäschles: Fussball und Eishockey in einem Stadion. Ganz begraben hat der Architekt das Projekt nie. Obwohl ihm Stadt und Credit Suisse früh eine Absage erteilt hatten. Jetzt, nachdem die Bevölkerung Nein zum 216 Millionen Franken teuren Stadionneubau gesagt hat, sei die Zeit reif für einen Neustart. «Der Hardturm ist der ideale Standort dafür», sagt Walter Wäschle.

Um die Diskussion über eine multifunktionale Sportstätte im Kreis 5 zu beleben, soll die IG Pro Duplexarena aktiviert werden. Diese schickt heute Dienstag einen offenen Brief an die ZSC Lions, GC und FCZ, den Stadtrat, sämtliche Parteien, Medien, Mäzene, Gönner und Sponsoren. Inhalt des Schreibens: «Der Weg für ein Doppelstadion für Fussball und Eishockey ist frei.»

Die Vorteile seien nach wie vor naheliegend und logisch. Ein Doppelstadion beanspruche weniger Landfläche, die Baukosten reduzierten sich, Betrieb und Unterhalt würden einfacher und günstiger. Anders, als die Stadt behaupte, gebe es weder Platzprobleme noch unvermeidbare Terminkollisionen. Wäschle hat die Anpfiffzeiten der laufenden Saison verglichen: An drei Spieltagen findet heuer gleichzeitig ein Heimspiel statt. «Man könnte das ohne Probleme koordinieren», so Wäschle. Es gebe eine «konkrete Machbarkeitsstudie» mit 22'000 Sitzplätzen für Fussball und 11'000 für Eishockey, mit einer Dreifachturnhalle, 2000 Gastronomieplätzen, 80 VIP-Boxen und 800 Parkplätzen. «Das Hardturmareal ist bestens für eine Duplexarena geeignet», heisst es im Text.

Volleyballer noch an Bord?

Für den Hardturm sprechen gemäss Walter Wäschle auch die vielen offenen Fragen zum Doppelstadion in Altstetten, das die ZSC Lions und die Volleyballer von Voléro Zürich gemeinsam planen. Dieses liegt möglicherweise auf «ökologisch wertvollem» Boden. Im Juni 2014 entscheidet der Kantonsrat, wie er die Kulturlandinitiative umsetzen will. Ungelöst sei zudem die Frage, wie eine solche Spielstätte rentabel betrieben werden könne. Schliesslich glaubt Walter Wäschle, dass die Volleyballer inzwischen die Lust am Projekt verloren haben könnten. Und die Eishockeyaner sich deshalb schon bald nach einem neuen Partner umsehen müssen.

Dem widerspricht Voléro-Präsident Stav Jacobi: «Wir sind immer noch an Bord und vorsichtig optimistisch.» Es brauche jetzt aber bald vernünftige Antworten auf all die Unsicherheiten. Dass Voléro in dieser Woche die Club-WM in der Saalsporthalle als Gastgeber austragen wird und vorhat, künftige Champions-League-Heimspiele dort durchzuführen, will Jacobi nicht als Zeichen für eine Strategieänderung verstanden haben. «Die Saalsporthalle ist für unsere Bedürfnisse zu klein.»

ZSC-Lions-CEO Peter Zahner irritiert das Vorpreschen Walter Wäschles: «Das begreife ich nicht.» Die Grundidee für eine Duplexarena auf dem Hardturm sei zwar gut, aber bei der Umsetzung gebe es «riesige Baustellen». Zahner und Jacobi werten das Nein vom 22. September zum Stadionneubau nicht als Verdikt gegen den Sport. «Das Nein galt staatlich finanzierten Sportanlagen», so der Voléro-Präsident. Und Lions-Chef Zahner sagt: «Unser privates Projekt wurde oft als positives Beispiel genannt. Das stimmt uns zuversichtlich.»

Stadt verlangt substanzielle Vorleistung

Die Stadt bleibt in Sachen Duplexarena auf dem Hardturmareal nach wie vor skeptisch. Ganz verschlossen sei die Tür nicht. Wer sich aber mit dem Stadtrat am Tisch über ein neues Stadionprojekt unterhalten wolle, müsse eine substanzielle Vorleistung erbringen. Namentlich müsse ein Investor eine «umfassende Machbarkeitsstudie» vorweisen können, sagt Urs Spinner, Sprecher des Hochbaudepartements.

Das gelte im Übrigen für sämtliche Initianten. Die Stadt werde nicht jede Idee oder Planskizze aufnehmen und teure, eigene Abklärungen anstellen. Das Prozedere sei zeit- und kostenintensiv, sagt Spinner. Die Machbarkeitsstudie für das gescheiterte Projekt umfasste rund 150 Seiten. Allein beim Punkt Lärmschutz habe man ein halbes Jahr mit den zuständigen Stellen um eine Lösung gerungen.

Von all dem lässt sich Walter Wäschle nicht entmutigen. Er ist überzeugt, dass der Hardturm der richtige Ort für ein Stadion ist und die Duplexarena die richtige Antwort auf die Frage, wie es mit dem Zürcher Sport weitergehen soll. «Die Chance ist einmalig», heisst es in dem Schreiben der IG Pro Duplexarena, «packen wir sie!»

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