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Zahnarztbetrüger gibt nicht auf

Der dubiose «Zahnarzt-Ratgeber» Michael Genge hat Haftaufschub erwirkt. Jetzt muss auch noch das Bundesgericht entscheiden.

Die Opfer von Michael Genge: Sowohl Zahnärzte als auch Patienten wurden von ihm übers Ohr gehauen.
Die Opfer von Michael Genge: Sowohl Zahnärzte als auch Patienten wurden von ihm übers Ohr gehauen.
Keystone

Betrüger Michael Genge, der wegen seiner dubiosen Machenschaften als «Zahnarzt-Ratgeber» einschlägig bekannt ist, ist weiterhin auf freiem Fuss. Genge ist seit letztem September rechtskräftig wegen Betruges verurteilt. Er hat unter anderem eine betagte Zürcherin um ihr Vermögen von fast einer Million Franken gebracht. Am 11. Januar hätte er ins Gefängnis einrücken sollen, um eine 33-monatige Haftstrafe zu verbüssen. Doch Genge nutzt alle juristischen Möglichkeiten, den Strafantritt hinauszuschieben. Nachdem die Justizdirektion sein Begehren um Aufschub bis Ende August abgewiesen hatte, gelangte er ans Verwaltungsgericht. Dieses lehnte die Beschwerde ab und setzte den Haftantritt neu auf den 10. Mai fest.

Doch Genge hat auch diesmal seine Haft nicht angetreten, sondern zog seine Beschwerde weiter ans Bundesgericht. Unklar ist, ob dessen Urteil abzuwarten ist, bevor Genge ins Gefängnis muss. Der zuständige Jurist beim Verwaltungsgericht verneint, Genges Anwalt meint Ja, hat aber in Lausanne vorsorglich ein Gesuch um aufschiebende Wirkung gestellt.

Genge brachte zwei Gründe vor, weshalb er noch nicht ins Gefängnis könne: Sein älteres Kind befinde sich in den Vorbereitungen zur Aufnahmeprüfung ans Gymi und sei auf seine Unterstützung dringend angewiesen. Zudem benötige er noch Zeit, um seine Firma für die Dauer Strafvollzuges zu organisieren. Das Verwaltungsgericht liess beide Gründe nicht gelten.

Berufsverbot erst nach Haft

Zuletzt betrieb Genge in Zürich eine «zahnarztunabhängige Beratung». Die Telefonnummer ist heute ausser Betrieb. Was von Genges Geschäften zu halten ist, zeigt ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom Februar. Dieses auferlegte Genge ein dreijähriges Berufsverbot. Damit wollte das Gericht jene Tätigkeiten unterbinden, mit denen der 61-Jährige über Jahre Zahnärzte und Patienten übers Ohr gehauen hat. Genge darf weder Praxen noch Zahnärzte noch Personal vermitteln, er darf keine Kostenvoranschläge und Rechnungen von Zahnärzten prüfen, und er darf keine unzufriedenen Patienten beraten. Das Berufsverbot tritt in Kraft, wenn Genge dereinst seine Strafe abgesessen hat.

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