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Parteileitung der SozialdemokratenZwei Frauen statt ein Romand

Neue Bewerberinnen für das SP-Präsidium: Franziska Roth ist bereit, an der Seite von Priska Seiler Graf zu kandidieren.

Der Mist schien bei den Genossen schon geführt. Das Duo Cédric Wermuth und Mattea Meyer hatte beste Chancen, an die Spitze der SP gewählt zu werden. Ihre Gegner, Priska Seiler Graf und Mathias Reynard, hofften auf einen Überraschungscoup. Jetzt könnten die Karten aber neu verteilt werden. Im Lager der Herausforderer werden plötzlich neue Kandidatinnen und Bewerber in Stellung gebracht.

Die Solothurner SP-Chefin und Nationalrätin Franziska Roth bestätigt, dass «wir Diskussionen über neue Kandidaturen führen». Und Roth bringt sich gleich selbst ins Spiel: «Ich wäre bereit, an der Seite von Seiler Graf für ein Co-Präsidium zu kandidieren.»

Hintergrund der neuen Diskussionen: Reynard hatte letzte Woche angedeutet, dass er statt für den Chefposten in seiner Partei für die Walliser Regierung kandidieren könnte. Er will bis Mitte Juni Klarheit schaffen. Viele in der SP gehen davon aus, dass er sich fürs Wallis entscheiden wird. Und manche sind sogar der Meinung, durch sein plötzliches Zaudern habe er die Chancen fürs Präsidium so kompromittiert, dass er so oder so auf eine Kandidatur verzichten müsse.

Neu im Rennen: Die Solothurner Nationalrätin Franziska Roth überlegt sich eine Kandidatur ernsthaft.
Neu im Rennen: Die Solothurner Nationalrätin Franziska Roth überlegt sich eine Kandidatur ernsthaft.
Foto: Keystone
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Ein Frauenduo hätte gute Chancen

Das Duo Seiler Graf und Reynard wurde auch deshalb formiert, weil mit dem Unterwalliser Reynard die Westschweiz im Präsidium vertreten wäre. Die meisten Stimmen aus der Romandie wären ihnen wohl sicher. Deshalb wird jetzt auch dort nach Alternativen gesucht. Es fallen die Namen des Neuenburger Nationalrats Baptiste Hurni und seiner Waadtländer Ratskollegin Brigitte Crottaz. Konkret ist hier aber noch nichts. Überhaupt scheint die Vertretung der Romandie kein Muss mehr zu sein. Vielmehr geht man jetzt davon aus, dass eine reine Frauenkandidatur Chancen haben könnte. Roth: «Es ist alles andere als ein Zeichen der Schwäche, wenn zwei Deutschschweizer Frauen antreten.» Sie als Solothurnerin und Seiler Graf als Zürcherin würden zudem ein mindestens so breites Spektrum abdecken wie der Aargauer Wermuth und die Zürcherin Meyer.

Kann sich vorstellen, auch allein zu kandidieren: Priska Seiler Graf, Nationalrätin und Zürcher SP-Präsidentin.
Kann sich vorstellen, auch allein zu kandidieren: Priska Seiler Graf, Nationalrätin und Zürcher SP-Präsidentin.
Foto: Andrea Zahler
Will wohl lieber in die Walliser Kantonsregierung als an die Spitze der SP: Nationalrat Mathias Reynard.
Will wohl lieber in die Walliser Kantonsregierung als an die Spitze der SP: Nationalrat Mathias Reynard.
Erhalten neue Konkurrenz: Mattea Meyer, Nationalrätin aus Zürich, und Cédric Wermuth, Aargauer Nationalrat.
Erhalten neue Konkurrenz: Mattea Meyer, Nationalrätin aus Zürich, und Cédric Wermuth, Aargauer Nationalrat.
Foto: Jonas Zürcher (PD)
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Seiler Graf gar allein?

Auch Seiler Graf bestätigt, dass sie sich mit einem Plan B befasse: «Ich mache mir Gedanken über Alternativen und führe Gespräche.» Dabei geht es nicht nur um ein neues Team für ein Co-Präsidium. «Ich kann mir beides vorstellen: nötigenfalls alleine anzutreten oder mit einer anderen Person.»

Für Seiler Graf hat aber die Bewerbung mit Reynard weiterhin Priorität. «Ich gehe immer noch davon aus, dass wir unsere Kandidatur aufrechterhalten.» Als Zürcher Kantonalpräsidentin habe sie Verständnis dafür, dass die Walliser SP mit Reynard ihren Regierungssitz verteidigen möchte. «Wir zwei bilden aber auch ein starkes Tandem, das die SP Schweiz vorwärtsbringt.» Die Wahl findet im Oktober statt.