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Langnau chancenlos in GenfZwei Klassen schlechter

In Genf spielen die SCL Tigers erstmals in dieser Saison mit drei Ausländern. Es nützt nichts – sie sind überfordert und verlieren im dritten Saisonspiel zum dritten Mal.

Von Servette gebodigt: Die SCL Tigers können in Genf trotz viel Engagement nicht mithalten.
Von Servette gebodigt: Die SCL Tigers können in Genf trotz viel Engagement nicht mithalten.
Foto: Pascal Muller (freshfocus)

Robbie Earl spielte. Tatsächlich. Aber ob es eine gute Idee war? Die Gehirnerschütterung sei nun definitiv auskuriert, hiess es. Daran darf gezweifelt werden, denn unlängst war aus dem Umfeld der SCL Tigers zu hören, er bekunde nach intensiven Trainings immer wieder Kopfschmerzen. Selbst clubintern dachte im Zusammenhang mit dem Amerikaner zuletzt manch einer eher an einen sich abzeichnenden Versicherungsfall denn an ein Comeback.

Wie auch immer: Weil auch der temporär von Ottawa engagierte Schwede Erik Brännström erstmals aufgeboten wurde, trat Langnau bei Servette mit drei Ausländern an. Es half nichts. Zu stark waren die Genfer, läuferisch klar überlegen, deutlich kreativer in der Offensivzone. Und so weiter. Und Rückkehrer und Debütant hin oder her, der wichtigste Spieler fehlte den Tigers trotzdem. Ivars Punnenovs konnte noch immer nicht mittun, mit seiner Absenz scheint er Gianluca Zaetta keinen Gefallen zu tun. Die Fangquote des oft schlecht unterstützten Ersatzgoalies war klar ungenügend (74,2 Prozent), beim 1:3 von Damien Riat kurz vor der ersten Drittelspause liess er sich wie schon mehrmals in dieser noch jungen Saison zwischen den Beinen erwischen.

Schwaches Überzahlspiel

Die 1:8-Niederlage mit der Leistung Zaettas zu erklären, wäre jedoch viel zu einfach. Zwischen den Equipen bestand ein Klassenunterschied, oder doch eher zwei. Die Gäste begannen zwar ordentlich, sie wirkten aggressiv und entschlossen – der sehenswerte Ausgleich von Nolan Diem nach 14 Minuten war verdient. Nach und nach aber fehlte den Tigers doch dieses und jenes gegen einen äusserst starken Gegner mit glänzenden Individualisten. Erwähnt seien Doppeltorschütze Tyler Moy, Schwerarbeiter Henrik Tömmernes sowie Taktgeber Linus Omark.

Am Ende fielen die Emmentaler auseinander, auch, weil sie sich Strafen en masse leisteten. Zwar wiesen sie mehr Torschüsse auf als das Heimteam (36:31), gefährlich aber waren die wenigsten. Schleunigst verbessern muss sich das Überzahlspiel. Schon in der vergangenen Saison war das Langnauer Powerplay das schwächste der ganzen Liga gewesen. Nach den Abgängen von Chris DiDomenico und Harri Pesonen funktioniert nun noch weniger. In Genf verstrich eine zweiminütige doppelte Überzahl ohne nennenswerte Chance.

Helfen könnte ein weiterer Ausländer. In Kontakt steht der Club nach wie vor mit dem dänischen NHL-Stürmer Joachim Blichfeld, dessen Agent aber unterhält sich mittlerweile auch mit anderen Vereinen. Heute bereits folgt das Heimspiel gegen Ambri-Piotta; Punktezuwachs ist Pflicht, soll der Saisonstart nicht als komplett misslungen bezeichnet werden.